Burlington Bowline
Die Burlington Bowline ist eine Abwandlung des klassischen Palstek-Knotens, die im Bondage zur sicheren, rutschfesten Fesselung eingesetzt wird.
Was bedeutet Burlington Bowline?
Die Burlington Bowline bezeichnet im Bondage-Kontext eine Abwandlung des klassischen Palstek-Knotens (englisch „Bowline“), der wegen seiner stabilen, sich unter Zug nicht zuziehenden Schlaufe seit jeher in der Seilfesselung geschätzt wird. Der Namenszusatz „Burlington“ verweist auf eine bestimmte Schlaufenführung, die eine zusätzliche Sicherung gegen Verrutschen bietet. Der Begriff ist kein historisch gewachsener Fachterminus wie etwa Shibari oder Kinbaku, sondern eine im englischsprachigen Bondage-Sport gebräuchliche Bezeichnung für diese Knotentechnik. Abzugrenzen ist sie von dekorativen Knotenmustern, deren Zweck primär ästhetisch ist: Die Burlington Bowline dient vorrangig der funktionalen Sicherheit, etwa bei der Fixierung von Handgelenken oder Aufhängepunkten.
Praxis und Ablauf
In der praktischen Anwendung übernimmt eine Person die Rolle der riggenden, also knüpfenden Partei, während die andere gefesselt wird. Vorab werden Position, gewünschte Dauer und die betroffenen Körperstellen besprochen. Die Knotentechnik selbst erfordert Übung, da eine falsch gesetzte Schlaufe entweder zu locker sitzt oder unerwünschten Druck erzeugt. Verwendet werden meist Naturfaserseile, seltener synthetische Seile, sowie gegebenenfalls eine Schere oder ein Rettungshaken als Notfallwerkzeug in Reichweite. Die Dauer einer Fesselung mit dieser Knotenart variiert stark und richtet sich nach Erfahrung, Position und Wohlbefinden der gefesselten Person – üblich sind Zeiträume von wenigen Minuten bis zu einer Viertelstunde bei anspruchsvolleren Positionen. Regelmäßige Kontrolle der Durchblutung und der Empfindungsfähigkeit an den betroffenen Gliedmaßen gehört zum verantwortungsvollen Umgang. Eine Anleitung zur genauen Knüpftechnik wird an dieser Stelle bewusst nicht gegeben, da die korrekte Ausführung praktisches Training unter fachkundiger Anleitung voraussetzt.
Sicherheit und Konsens
Grundvoraussetzung ist ein ausführliches Vorgespräch zwischen allen Beteiligten, in dem Grenzen, gesundheitliche Einschränkungen und ein Safeword festgelegt werden. Abbruchkriterien wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Schmerzen müssen sofort ernst genommen werden. Fesselungen bergen das Risiko von Nervenschäden und Durchblutungsstörungen, weshalb diese Praxis nur mit entsprechender Erfahrung und idealerweise nach vorheriger fachlicher Unterweisung ausgeübt werden sollte. Ein griffbereites Schneidewerkzeug für Notfälle gehört zur Grundausstattung. Nach der Sitzung ist eine Phase der Aftercare wichtig, in der Körper und emotionales Befinden gemeinsam nachbetreut werden. Bei bestehenden Vorerkrankungen, etwa Durchblutungsstörungen, empfiehlt sich vorab ärztlicher Rat.
Verwandte Begriffe
- Strappado – eine Fesselposition mit auf dem Rücken zusammengeführten Armen, bei der ähnliche Knotensicherungen Anwendung finden.
- Tsuri – die japanische Bezeichnung für Aufhängungen, bei denen stabile Knotentechniken wie die Burlington Bowline besonders relevant sind.
- Erste-Hilfe-Ausstattung – notwendiges Zubehör, um bei Fesselungen im Notfall schnell reagieren zu können.
- Sub – die submissive Person, die in der Regel die gefesselte Rolle einnimmt.
- Fetischist – Person mit besonderem Interesse an Materialien oder Techniken wie Seilen und Knoten.
- Hishi – ein dekoratives Knotenmuster, das im Gegensatz zur funktional orientierten Burlington Bowline vor allem ästhetischen Zwecken dient.