Grundbegriff

Figging

Figging bezeichnet das Einführen von geschältem Ingwer in Anal- oder Vaginalbereich zur Erzeugung eines brennenden Reizes im Rahmen einvernehmlicher BDSM-Praktiken.

Auch bekannt als: Ginger Root Play · Ingwerspiel

Was bedeutet Figging?

Figging bezeichnet eine Praktik aus dem Bereich der körperbezogenen BDSM-Spielarten, bei der ein Stück geschälter Ingwer in die Analregion oder seltener in die Vagina eingeführt wird, um dort ein brennendes, scharfes Empfinden auszulösen. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort „fig“ ab und hat historische Wurzeln in älteren Zuchtpraktiken, bei denen Ingwer als Mittel zur Demütigung und Bestrafung eingesetzt wurde. Im heutigen BDSM-Kontext wird Figging vorwiegend als sensorisches Element innerhalb von Machtgefälle-Szenarien verstanden, etwa im Rahmen von Erziehungsspielen oder als Bestandteil eines Strafenkatalogs. Abzugrenzen ist es von rein schmerzbetonten Praktiken wie Flogging, da bei Figging weniger die mechanische Einwirkung als vielmehr die chemisch-thermische Reizung im Vordergrund steht.

Praxis und Ablauf

In der praktischen Anwendung übernimmt eine Person die aktive, führende Rolle, während die andere die Wirkung des Ingwers erfährt. Vorab werden Rahmenbedingungen wie Dauer, Intensität und mögliche Unterbrechungen besprochen, da die brennende Empfindung erfahrungsgemäß erst zeitverzögert einsetzt und in ihrer Stärke schwer vorhersehbar ist. Häufig wird Figging in eine längere Session eingebettet, etwa in Verbindung mit Fesselung oder verbaler Unterwerfung, wodurch die sensorische Wirkung mit psychologischen Elementen der Kontrolle verknüpft wird. Als Hilfsmittel dient in der Regel frischer Ingwer, der vor Gebrauch sorgfältig geschält und in eine geeignete Form gebracht wird, um Verletzungen der empfindlichen Schleimhäute zu vermeiden. Die eigentliche Wirkdauer ist begrenzt, kann jedoch je nach individueller Empfindlichkeit und Beschaffenheit des Ingwers stark variieren. Erfahrene Praktizierende betonen, dass eine ruhige, kontrollierte Vorgehensweise sowie ständige Kommunikation während der gesamten Anwendung wesentlich sind, um die reizende Wirkung angemessen zu steuern.

Sicherheit und Konsens

Wie bei allen Praktiken mit intensiver körperlicher Wirkung ist ein ausführliches Vorgespräch unerlässlich, in dem gesundheitliche Voraussetzungen, bestehende Empfindlichkeiten und persönliche Grenzen geklärt werden. Ein vorab vereinbartes Safeword oder Signalsystem ermöglicht es, die Anwendung jederzeit abzubrechen, insbesondere da die Reizwirkung von Ingwer individuell sehr unterschiedlich ausfallen kann und sich mitunter erst nach einiger Zeit voll entfaltet. Zu den Risiken zählen Reizungen, kleinere Verletzungen der Schleimhäute oder allergische Reaktionen. Personen mit Hautempfindlichkeiten, Vorerkrankungen im Enddarm- oder Genitalbereich oder offenen Wunden sollten von der Praktik absehen beziehungsweise vorab ärztlichen Rat einholen. Nach der Anwendung ist eine sorgfältige Aftercare-Phase wichtig, in der Körper und Psyche zur Ruhe kommen und die betroffene Region beobachtet wird. Erfahrung, behutsames Herantasten und ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen sind Grundvoraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser Praktik.

Verwandte Begriffe

  • CBT – bezeichnet eine weitere körperzentrierte Reizpraktik im Genitalbereich mit ähnlichem Fokus auf kontrollierte Schmerz- und Reizerfahrung.
  • Strafenkatalog – listet vereinbarte Konsequenzen auf, in dem Figging als eine mögliche Maßnahme vorkommen kann.
  • Unterwerfung – beschreibt die zugrundeliegende Machtdynamik, in die Figging häufig eingebettet wird.
  • Signalpeitsche – steht wie Figging für ein Instrument gezielter sensorischer Reizsetzung innerhalb einer Session.
  • DDlg – eine Beziehungsdynamik, in der Erziehungselemente und damit auch Praktiken wie Figging vorkommen können.
  • Sensorische Deprivation – kontrastierendes Konzept, das auf Reizentzug statt Reizsteigerung setzt.
Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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