Gewichte
Gewichte bezeichnen im BDSM Hilfsmittel, die an Körperstellen befestigt werden, um durch Zug und Schwere sinnliche oder schmerzhafte Reize zu erzeugen.
Was bedeutet Gewichte?
Im BDSM-Kontext bezeichnet der Begriff „Gewichte“ Hilfsmittel, die an Körperteilen wie Brustwarzen, Hodensack, Ohren oder Genitalien befestigt werden, um durch Zug, Dehnung und Schwere sinnliche oder schmerzhafte Reize zu erzeugen. Die Praxis gehört zum weiteren Feld der sogenannten Sensationsspiele, bei denen körperliche Empfindungen bewusst intensiviert werden, sowie zu Techniken der Bondage im weiteren Sinne, wenn Zug und Fixierung kombiniert werden. Verwendet werden unter anderem spezielle Klammern mit Anhängern, Ketten oder kleine Hantelscheiben. Abzugrenzen ist die Anwendung von Gewichten von reinen Klammer- oder Klemmspielen ohne zusätzliche Zuglast sowie von Stretching-Praktiken, die auf dauerhafte Dehnung von Gewebe abzielen. Historisch finden sich Vorläufer in traditionellen Dehnungspraktiken verschiedener Kulturen, im modernen BDSM ist die Anwendung jedoch klar von rituellem oder kosmetischem Kontext getrennt.
Praxis und Ablauf
In der Praxis wird die Anwendung von Gewichten meist in ein größeres Szenario eingebettet, etwa als Teil einer längeren Session mit fließendem Übergang zwischen Anspannung und Entspannung. Üblich ist eine klare Rollenverteilung zwischen der anleitenden und der empfangenden Person, wobei Letztere die körperlichen Reaktionen kommuniziert. Vor Beginn wird besprochen, welche Körperstellen infrage kommen, welches Gewicht als Ausgangspunkt dient und wie lange die Anwendung dauern soll. Häufig wird mit geringem Gewicht begonnen und die Intensität schrittweise angepasst, wobei die reagierende Person durchgehend beobachtet wird. Als Hilfsmittel kommen neben eigentlichen Gewichtskörpern auch Polster, weiche Unterlagen oder Klammern mit stufenlos verstellbarer Klemmkraft zum Einsatz, um Druckstellen zu vermeiden. Die Dauer variiert stark, liegt in der Regel jedoch im Bereich einiger Minuten, da längere Anwendungen die Durchblutung beeinträchtigen können. Ein ruhiger, gut ausgeleuchteter Rahmen erleichtert die kontinuierliche Beobachtung von Hautfarbe und Reaktion.
Sicherheit und Konsens
Grundvoraussetzung ist ein ausführliches Vorgespräch zwischen volljährigen, einwilligungsfähigen Personen, in dem Grenzen, Vorerkrankungen und Erwartungen geklärt werden. Ein vorab vereinbartes Safeword oder, falls Sprechen erschwert ist, ein nonverbales Zeichen ermöglicht den sofortigen Abbruch. Zu den Risiken zählen Durchblutungsstörungen, Nervenreizungen, Hautschäden durch zu hohen oder zu langen Zug sowie individuell unterschiedliche Schmerzschwellen. Personen mit Empfindungsstörungen, Gefäßerkrankungen oder bestimmten Medikationen sollten vorab ärztlichen Rat einholen. Erfahrung im Umgang mit steigender Intensität und die Fähigkeit, Warnsignale wie Blässe, Kribbeln oder Taubheit frühzeitig zu erkennen, sind unverzichtbar. Nach der Anwendung gehört eine ruhige Nachsorgephase, das sogenannte Aftercare, zum verantwortungsvollen Umgang, in der Körperstellen kontrolliert und emotionale Nachwirkungen aufgefangen werden.
Verwandte Begriffe
- Piercing – dauerhafte Durchstechungen, an denen mitunter ebenfalls Gewichte befestigt werden.
- Bondagebett – Möbelstück, das häufig als stabiler Rahmen für Fixierungen samt Zuglasten dient.
- Safeword nonverbal – alternative Abbruchsignale, wenn Sprechen durch die Situation erschwert ist.
- Aftercare-Kit – Zusammenstellung von Hilfsmitteln zur Nachsorge nach intensiven Anwendungen.
- Rollentausch – Wechsel der Positionen, der auch bei Gewichtsspielen Erfahrungswerte beider Seiten schafft.
- Sklavenvertrag – schriftliche Vereinbarung, die Rahmen und Grenzen solcher Praktiken festhalten kann.