Hojojutsu
Hojojutsu ist eine aus Japan stammende Fesseltechnik, die im BDSM-Kontext für kunstvolles, einvernehmliches Binden mit Seilen steht.
Was bedeutet Hojojutsu?
Hojojutsu bezeichnet ursprünglich eine traditionelle japanische Fesseltechnik, die historisch zur Sicherung von Gefangenen entwickelt wurde und auf einer präzisen, kunstvollen Anordnung von Knoten und Seilführungen beruht. Im heutigen BDSM-Kontext steht der Begriff für eine ästhetisch geprägte Form des Fesselns, die Elemente dieser historischen Technik aufgreift und mit den Prinzipien des einvernehmlichen Rollenspiels verbindet. Abzugrenzen ist Hojojutsu vom japanischen Shibari beziehungsweise Kinbaku, die stärker auf Ästhetik, Körperspannung und emotionale Wirkung des Bindens abzielen, während Hojojutsu ursprünglich funktional, also auf Fixierung ausgerichtet war. In der Praxis überschneiden sich die Begriffe heute häufig, da Anwendende Techniken beider Traditionen kombinieren.
Praxis und Ablauf
In der praktischen Anwendung übernimmt eine Person die Rolle der fesselnden, aktiv gestaltenden Partei, während die andere sich binden lässt und in eine passive, empfangende Position begibt. Vor Beginn stehen ausführliche Absprachen über gewünschte Techniken, Körperpositionen und die maximale Dauer der Fesselung. Verwendet werden in der Regel spezielle Seile aus Naturfasern wie Jute oder Baumwolle, seltener synthetische Materialien, die auf Griffigkeit und Hautfreundlichkeit geprüft sind. Der Ablauf kann von wenigen Minuten bis zu längeren Sessions reichen, wobei Pausen und Lockerungen eingeplant werden, um Druckstellen oder Taubheitsgefühle zu vermeiden. Häufig begleitet eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre das Geschehen, da die fesselnde Person kontinuierlich auf Körperhaltung, Durchblutung und Reaktionen der gefesselten Person achten muss. Hilfsmittel wie Scheren für Notfälle liegen üblicherweise bereit. Die konkrete Technik selbst wird an dieser Stelle nicht im Detail beschrieben, da sie Erfahrung und praktische Anleitung durch qualifizierte Personen voraussetzt.
Sicherheit und Konsens
Grundvoraussetzung ist die informierte und freiwillige Zustimmung aller volljährigen Beteiligten, die vor der Session in einem offenen Gespräch über Grenzen, Erwartungen und ein vereinbartes Safeword festgelegt wird. Da Fesselungen Nerven, Gelenke und die Blutzirkulation beeinträchtigen können, ist fundiertes Wissen über Anatomie und Warnsignale wie Kribbeln oder Kälteempfinden unerlässlich. Abbruchkriterien sollten eindeutig definiert sein, ebenso die Möglichkeit, die Fesselung im Notfall schnell zu lösen. Personen ohne Erfahrung wird empfohlen, sich zunächst unter Anleitung erfahrener Praktizierender mit der Technik vertraut zu machen und bei bestehenden Vorerkrankungen ärztlichen Rat einzuholen. Nach der Session ist eine Phase der Nachsorge, das sogenannte Aftercare, wichtig, um körperliches und emotionales Wohlbefinden wiederherzustellen und gemeinsam das Erlebte zu reflektieren.
Verwandte Begriffe
- Rigger – bezeichnet die Person, die das Fesseln aktiv ausführt und die Technik beherrscht.
- Rope Cuffs – vorgefertigte Seilmanschetten als praktische Alternative zu klassischen Fesseltechniken.
- Trainingswochenende – Format, in dem Fesseltechniken wie Hojojutsu unter Anleitung erlernt werden können.
- Newbie – Bezeichnung für Einsteigende, die sich erstmals mit Fesselpraktiken vertraut machen.
- Fernprotokoll – schriftliche Vereinbarung, die auch Fesselpraktiken und deren Grenzen dokumentieren kann.
- § 228 StGB – rechtlicher Rahmen, der bei körperlich riskanten Praktiken die Grenze der Einwilligungsfähigkeit betrifft.