Kannuki
Kannuki ist eine aus dem Shibari stammende Fesseltechnik, bei der die Arme waagerecht hinter dem Rücken fixiert werden und die als Grundposition der Fesselkunst gilt.
Was bedeutet Kannuki?
Kannuki bezeichnet eine aus dem japanischen Shibari, der Kunst des kunstvollen Fesselns, stammende Fesseltechnik, bei der die Arme der gefesselten Person waagerecht hinter dem Rücken auf Höhe der Schulterblätter fixiert werden, sodass eine Art Riegel entsteht. Der Begriff leitet sich vom japanischen Wort für „Türriegel“ oder „Querbalken“ ab, was die charakteristische Haltung der Arme bildlich beschreibt. Im BDSM-Kontext, einem Sammelbegriff für Bondage, Dominanz, Submission und Sadomasochismus, zählt Kannuki zu den Grundpositionen der Fesselkunst und dient häufig als Ausgangspunkt für komplexere Bindungen. Abzugrenzen ist die Technik von Ganzkörperfesselungen oder Suspensions, bei denen die Person vom Boden abgehoben wird. Kannuki selbst erfolgt in der Regel im Stehen, Sitzen oder Liegen und wird oft mit anderen Elementen des Shibari kombiniert.
Praxis und Ablauf
In der praktischen Anwendung übernimmt eine Person die aktive, fesselnde Rolle, während die andere sich der Fesselung überlässt. Vor Beginn wird die gewünschte Intensität besprochen, ebenso mögliche körperliche Einschränkungen wie Schulterprobleme oder frühere Verletzungen. Verwendet wird meist weiches, reißfestes Seil aus Naturfasern wie Jute oder Baumwolle, seltener synthetisches Material. Die Dauer variiert stark und reicht von wenigen Minuten als ästhetisches Element innerhalb einer Session bis zu längeren Phasen, in denen die Position bewusst als Kontrollmittel oder zur Steigerung der Konzentration genutzt wird. Häufig wird Kannuki als Vorbereitung für weiterführende Fesselarten oder als eigenständiges Element mit meditativem Charakter eingesetzt, bei dem sowohl die fesselnde als auch die gefesselte Person auf Atmung, Körperspannung und Reaktionen achten. Eine kontinuierliche Beobachtung von Haltung, Durchblutung und Wohlbefinden ist während der gesamten Dauer selbstverständlicher Bestandteil der Praxis, unabhängig davon, wie erfahren die Beteiligten sind.
Sicherheit und Konsens
Grundvoraussetzung für Kannuki ist die informierte Zustimmung aller Beteiligten, die im Vorgespräch geklärt wird. Dabei werden Erwartungen, Grenzen und ein Safeword vereinbart, mit dem die Aktivität jederzeit unterbrochen oder beendet werden kann. Da bei dieser Fesseltechnik Arme und Schultern in einer fixierten Position gehalten werden, besteht das Risiko von Nervenkompressionen, Durchblutungsstörungen oder Überdehnungen, insbesondere bei längerer Anwendung oder unzureichender Erfahrung. Aus diesem Grund sollte die Technik nur von Personen ausgeübt werden, die sich mit Anatomie und Fesselpraxis fundiert auseinandergesetzt haben, idealerweise durch Anleitung erfahrener Lehrender. Bei bestehenden Vorerkrankungen empfiehlt sich vorab ärztlicher Rat. Nach dem Lösen der Fesselung ist eine Phase der Aftercare wichtig, in der Körper und Psyche zur Ruhe kommen, etwaige Druckstellen kontrolliert und emotionale Reaktionen aufgefangen werden.
Verwandte Begriffe
- Bodenring – dient als Befestigungspunkt für Fesselungen wie Kannuki im Raum.
- Widerstandsspiele – nutzen kontrollierten Widerstand, der auch bei Fesseltechniken eine Rolle spielen kann.
- Screening – die vorherige Überprüfung von Erfahrung und Vertrauenswürdigkeit vor gemeinsamen Sessions.
- Trainingswochenende – bietet Gelegenheit, Fesseltechniken wie Kannuki unter Anleitung zu erlernen.
- Wundversorgung – relevant, falls es bei Fesselpraktiken zu Hautreizungen oder Druckstellen kommt.
- Benutzungsspiele – können Fesselungen wie Kannuki als gestalterisches Element einbeziehen.