Grundbegriff

Matanawa

Matanawa bezeichnet eine selten verwendete, unklar belegte Bezeichnung für eine Teilfesselung von Hüfte und Oberschenkeln im Fesselspiel (Bondage).

Auch bekannt als: Crotch Rope (teilweise synonym verwendet)

Was bedeutet Matanawa?

Matanawa ist ein im deutschsprachigen BDSM-Kontext selten verwendeter Begriff, dessen Herkunft nicht eindeutig belegt ist. Vermutet wird ein Bezug zu japanischen Fesseltraditionen, wobei der Ausdruck nicht mit dem etablierten Begriff Shibari oder Kinbaku gleichzusetzen ist, sondern in manchen Glossaren als Bezeichnung für eine spezielle Hüft- und Oberschenkelfesselung verstanden wird, die den Bewegungsspielraum der gefesselten Person gezielt einschränkt, ohne die Arme miteinzubeziehen. Im engeren Sinn beschreibt Matanawa damit eine Teilfesselung im Bereich des Unterkörpers, die von umfassenderen Ganzkörperfesselungen abzugrenzen ist. Da eine einheitliche, quellenfeste Definition fehlt, wird der Begriff in der Praxis uneinheitlich gebraucht und teils als Synonym für Formen der Crotch Rope-Fesselung verwendet.

Praxis und Ablauf

In der praktischen Anwendung wird Matanawa meist als Teil eines längeren Fesselarrangements verstanden, bei dem Seile um Taille, Oberschenkel und gegebenenfalls den Schambereich geführt werden. Die dominante Person übernimmt dabei die Rolle der Fesselnden, während die unterlegene Person die Position hält und Rückmeldung zu Druck und Empfindung gibt. Vor Beginn wird abgesprochen, welche Körperregionen einbezogen werden dürfen, wie lange die Fesselung bestehen bleiben soll und welche Bewegungen möglich bleiben müssen. Üblich ist der Einsatz von speziellem Fesselseil aus Naturfasern, seltener von Gurten oder Bändern, wobei auf gleichmäßige Verteilung des Zugs geachtet wird. Die Dauer variiert stark und richtet sich nach Erfahrung und Rückmeldung der gefesselten Person; kurze Sitzungen von wenigen Minuten sind ebenso denkbar wie längere Arrangements im Rahmen einer ausgedehnten Session. Eine erfahrene Begleitung beobachtet durchgehend Hautfarbe, Atmung und Körpersprache, um frühzeitig auf Unwohlsein reagieren zu können.

Sicherheit und Konsens

Vor jeder Anwendung steht ein ausführliches Vorgespräch, in dem Grenzen, gesundheitliche Einschränkungen und ein Safeword festgelegt werden. Fesselungen im Bereich der Oberschenkel und des Schambereichs bergen Risiken wie Nervendruck, Taubheitsgefühle oder Einschränkungen der Durchblutung, weshalb praktische Erfahrung, regelmäßige Kontrolle und im Zweifel ärztlicher Rat unerlässlich sind. Abbruchkriterien werden vorab klar benannt, etwa anhaltendes Kribbeln, starke Schmerzen oder psychisches Unwohlsein. Scheren oder scharfe Hilfsmittel zum schnellen Lösen der Fesselung sollten stets griffbereit sein. Nach dem Ende der Fesselung ist eine Phase der Aftercare üblich, in der Körper und Psyche der zuvor gefesselten Person beruhigt und nachbetreut werden, etwa durch Wärme, Gespräch und Zuwendung. Die gesamte Praxis setzt Einvernehmlichkeit unter informierten, volljährigen Erwachsenen voraus.

Verwandte Begriffe

  • Crotch Rope – eine verwandte Fesseltechnik mit Seilführung durch den Schambereich, oft in Verbindung mit Matanawa genannt.
  • Kalibrierung – das gemeinsame Einschätzen von Belastungsgrenzen vor und während einer Fesselsession.
  • Bondage-Maschine – technisches Hilfsmittel, das ähnliche Fixierungen mechanisch statt mit Seilen erzeugt.
  • Spread Eagle – eine Fesselposition mit gespreizten Gliedmaßen, die als Kontrastform zur engeren Matanawa-Fesselung dient.
  • Panikattacke in der Szene – mögliche psychische Reaktion, auf die während einer Fesselung achtsam reagiert werden muss.
  • Anfrage-Etikette – Regeln für die respektvolle Anbahnung solcher Praktiken im professionellen Kontext.
Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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