Grundbegriff

Retention Play

Retention Play bezeichnet die einvernehmliche Kontrolle der dominanten Person darüber, wann die devote Person eine körperliche Notdurft verrichten darf.

Auch bekannt als: Bladder Play · Omorashi (im weiteren Sinn)

Was bedeutet Retention Play?

Retention Play (von englisch „to retain“, zurückhalten) bezeichnet im BDSM-Kontext eine Praxis, bei der die dominante Person kontrolliert, wann die devote Person eine körperliche Notdurft verrichten darf, insbesondere den Harndrang. Der Reiz entsteht aus der aufgebauten Anspannung sowie aus der bewussten Abgabe von Kontrolle über eine sehr basale körperliche Funktion an die dominante Partnerin oder den dominanten Partner. Damit ist Retention Play eng verwandt mit anderen Formen der Kontrollausübung, unterscheidet sich jedoch von reinen Fesselspielen oder Sinnesentzug dadurch, dass hier ein physiologischer Vorgang gezielt gesteuert wird. Es zählt zu den intimeren Spielarten der Machtübertragung und erfordert entsprechend hohes gegenseitiges Vertrauen sowie genaue Kenntnis der eigenen körperlichen Grenzen.

Praxis und Ablauf

In der praktischen Umsetzung wird vorab vereinbart, über welchen Zeitraum sich das Zurückhalten erstrecken soll und unter welchen Bedingungen eine Erleichterung erlaubt wird. Häufig wird das Spiel in einen größeren Session-Rahmen eingebettet, etwa kombiniert mit Wartezeiten, Diensthandlungen oder verbalen Anweisungen, die die devote Person auf die Situation lenken. Die dominante Person übernimmt die Rolle der Entscheidungsinstanz und beobachtet den Zustand der anderen Person kontinuierlich, um Anzeichen von Überforderung frühzeitig zu erkennen. Getränke können gezielt eingesetzt werden, um den Aufbau des Drangs zu beschleunigen. Manche Paare integrieren zusätzliche Reize oder Ablenkungsmomente, um die Konzentration auf den Drang zu verstärken. Wichtig ist eine klare Kommunikationsstruktur während der gesamten Dauer, damit Zustimmung jederzeit erkennbar bleibt. Die Länge einer solchen Sitzung variiert stark je nach Erfahrung und Verabredung und reicht von kurzen Episoden bis zu länger angelegten Arrangements innerhalb eines Tages.

Sicherheit und Konsens

Grundvoraussetzung ist ein ausführliches Vorgespräch zwischen volljährigen, informierten Erwachsenen, in dem gesundheitliche Vorerkrankungen, insbesondere der Blase oder Nieren, offen angesprochen werden. Ein Safeword oder eine vergleichbare Stopp-Geste muss jederzeit verfügbar sein und unbedingt respektiert werden. Da eine übermäßige Ausdehnung der Blase zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen kann, sollte diese Praxis nur mit Erfahrung, Zurückhaltung und im Zweifel nach Rücksprache mit ärztlichem Fachpersonal ausgeübt werden. Anzeichen wie starke Schmerzen, Übelkeit oder Kontrollverlust gelten als eindeutige Abbruchkriterien. Nach der Sitzung ist eine ruhige Nachsorgephase (Aftercare) wichtig, in der körperliches Wohlbefinden und emotionale Verfassung gemeinsam reflektiert werden.

Verwandte Begriffe

  • Dauerreizung – anhaltende Stimulation, die ähnlich wie Retention Play auf Anspannung über Zeit setzt.
  • Edgeplay – Oberbegriff für Praktiken mit erhöhtem Risiko, dem Retention Play in gewissem Maße zugeordnet werden kann.
  • Demütigung – psychologisches Element, das häufig begleitend zur Kontrolle über Körperfunktionen eingesetzt wird.
  • Fesselbank – Hilfsmittel, das in Kombination mit Retention Play die Bewegungsfreiheit zusätzlich einschränken kann.
  • Konsensverletzung – wichtiges Gegenkonzept, das die Bedeutung klarer Absprachen unterstreicht.
  • Kein Täter werden – Grundsatz, der die Verantwortung der dominanten Person gegenüber gesundheitlichen Grenzen betont.
Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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