Grundbegriff

Stornoregelung

Die Stornoregelung legt fest, unter welchen Bedingungen ein vereinbarter BDSM-Termin abgesagt oder verschoben werden kann, und schafft so organisatorische Verbindlichkeit.

Auch bekannt als: Absagebedingungen · Stornobedingungen · Ausfallregelung · Cancellation Policy

Was bedeutet Stornoregelung?

Die Stornoregelung bezeichnet im BDSM-Kontext eine vorab getroffene Vereinbarung darüber, unter welchen Bedingungen eine geplante Session, ein Termin oder ein vertraglich fixiertes Arrangement abgesagt oder verschoben werden kann. Der Begriff ist dem allgemeinen Dienstleistungs- und Geschäftsverkehr entlehnt, wo Stornobedingungen den Umgang mit kurzfristigen Absagen regeln, und wurde in die Organisation professioneller Domina-Termine sowie in längerfristige Vereinbarungen wie Sklavenverträge übernommen. Abzugrenzen ist die Stornoregelung vom Safeword, das während einer laufenden Session zum sofortigen Abbruch einer Handlung dient, während die Stornoregelung die Ebene der Terminplanung betrifft. Sie schafft Verbindlichkeit und Transparenz zwischen den Beteiligten, insbesondere dort, wo Vorbereitungszeit, Anfahrt, Ausrüstung oder Ausfallhonorare eine Rolle spielen, und ist damit ein organisatorisches, kein praktisch-erotisches Element der Begegnung.

Praxis und Ablauf

In der Praxis wird die Stornoregelung meist im Vorgespräch oder bei der Terminvereinbarung schriftlich oder mündlich festgehalten, häufig in Form einer Frist: Wird ein Termin innerhalb eines bestimmten Zeitraums vor dem vereinbarten Datum abgesagt, entstehen keine oder nur geringe Kosten, bei kurzfristigerer Absage wird ein Ausfallhonorar fällig. Üblich ist eine gestaffelte Regelung, etwa mit unterschiedlichen Fristen für vollständige oder teilweise Rückerstattung. Die Dominante legt die Bedingungen in der Regel fest, da sie Zeit, Vorbereitung und gegebenenfalls Anreise investiert; die unterwürfige Person oder der Kunde bestätigt diese vor der Buchung. Bei länger angelegten Formen wie einer Langzeiterziehung oder festen Aufgabenlisten kann die Stornoregelung auch Bestandteil eines umfassenderen schriftlichen Rahmens sein, der weitere organisatorische Punkte wie Ort, Dauer und Ablaufskizze mitregelt. Hilfsmittel sind hier vor allem klare schriftliche Absprachen, etwa per E-Mail oder Vertragsdokument, die im Streitfall Orientierung bieten. Eine Anleitung zur konkreten Ausgestaltung einzelner Praktiken ist damit nicht verbunden.

Sicherheit und Konsens

Auch wenn die Stornoregelung selbst keine körperliche Praktik betrifft, dient sie mittelbar der Sicherheit und dem Konsens, da sie Erwartungen klärt und Missverständnisse vermeidet. Wichtig ist, dass beide Seiten die Bedingungen vor der Buchung verstehen und ausdrücklich akzeptieren; Unklarheiten sollten im Vorgespräch besprochen werden. Die Stornoregelung ersetzt nicht das Safeword oder individuelle Abbruchkriterien innerhalb einer Session, sondern ergänzt diese auf organisatorischer Ebene. Bei gesundheitlichen Einschränkungen, kurzfristigen Verhinderungen oder Zweifeln an der eigenen Belastbarkeit ist eine frühzeitige, ehrliche Kommunikation ratsam, statt eine Session unter Druck durchzuführen. Grundsätzlich gilt, dass jede Vereinbarung zwischen volljährigen, informierten und einwilligungsfähigen Personen getroffen werden muss. Fragen zu individuellen Belastungsgrenzen oder gesundheitlichen Voraussetzungen sollten im Zweifel mit erfahrenen Personen oder ärztlich abgeklärt werden, bevor weiterführende Absprachen getroffen werden.

Verwandte Begriffe

  • Sklavenvertrag – schriftliche Vereinbarung, die oft auch Stornoregelungen und weitere organisatorische Punkte enthält.
  • Langzeiterziehung – längerfristiges Arrangement, bei dem verbindliche Absprachen wie Stornoregelungen besonders relevant sind.
  • Aufgabenliste – strukturiertes Dokument, das ähnlich wie eine Stornoregelung Klarheit über Abläufe schafft.
  • Dungeon – Örtlichkeit, deren Buchung häufig ebenfalls einer Stornoregelung unterliegt.
  • Awareness-Team – Ansprechpartner bei Veranstaltungen, die auch bei Absagen oder Konflikten unterstützen können.
Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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