Sub Sharing
Sub Sharing bezeichnet das zeitweise Überlassen oder Teilen eines Subs durch die haltende dominante Person mit weiteren Personen innerhalb eines abgesprochenen, einvernehmlichen Rahmens.
Was bedeutet Sub Sharing?
Sub Sharing bezeichnet eine Praxis innerhalb der BDSM-Kultur (Bondage, Dominanz, Submission, Sadismus, Masochismus), bei der eine unterwürfige Person, kurz „Sub“, von ihrer haltenden Person, meist Dominant oder Domina, zeitweise an eine oder mehrere weitere Personen überlassen oder mit ihnen geteilt wird. Der Begriff stammt aus der englischsprachigen Szene-Terminologie und setzt sich aus „sub“ für submissive Person und „sharing“ für Teilen zusammen. Er ist von verwandten Konstellationen wie dem klassischen Threesome oder offenen Beziehungsmodellen abzugrenzen, da beim Sub Sharing die bestehende Machtstruktur zwischen Sub und ursprünglicher haltender Person erhalten bleibt und die Erfahrung bewusst in einen dominanzbasierten Rahmen eingebettet wird. Häufig dient es dazu, neue Reize zu erfahren, Vertrauen innerhalb einer Gruppe zu erproben oder die Autorität der ursprünglichen dominanten Person zu demonstrieren, indem diese über die Weitergabe entscheidet.
Praxis und Ablauf
In der praktischen Umsetzung wird Sub Sharing meist im Rahmen eines bestehenden Machtgefälles organisiert, etwa innerhalb einer Beziehung, eines Playspaces oder einer geschlossenen Szene-Veranstaltung. Die ursprüngliche dominante Person behält üblicherweise die Regie und legt fest, wer beteiligt ist, welche Handlungen erlaubt sind und wie lange die Begegnung dauert. Vorab finden ausführliche Gespräche statt, in denen Erwartungen, Wünsche und Ausschlusskriterien besprochen werden. Die eingebundenen Personen können als reine Zuschauende, als aktiv Mitwirkende oder in wechselnden Rollen auftreten. Hilfsmittel wie Fesselungen, Augenbinden oder verabredete Rollenverteilungen können den Rahmen strukturieren, ohne dass daraus eine feste Choreografie entsteht. Wichtig ist, dass alle Beteiligten die Regeln kennen und der Ablauf jederzeit unterbrochen werden kann. Die Dauer variiert stark, von kurzen Sequenzen innerhalb einer längeren Session bis zu mehrstündigen Treffen. Entscheidend ist stets die klare Kommunikation zwischen allen Parteien, nicht nur zwischen Sub und ursprünglicher dominanter Person, sondern auch mit der oder den hinzukommenden Personen.
Sicherheit und Konsens
Da beim Sub Sharing mehrere Personen mit unterschiedlichen Erwartungen zusammenkommen, ist ein ausführliches Vorgespräch unerlässlich. Darin werden Grenzen, gesundheitliche Voraussetzungen, Safewords und Abbruchkriterien für alle Beteiligten festgelegt, nicht nur für das Sub. Da mehr als zwei Personen involviert sind, steigt die Komplexität der Absprachen, weshalb erfahrene Szene-Angehörige empfehlen, schriftliche oder mündlich fixierte Vereinbarungen zu treffen. Emotionale Risiken wie Eifersucht, Kontrollverlust oder unerwartete Grenzüberschreitungen sollten offen angesprochen werden. Bei körperlich intensiveren Elementen ist ärztlicher Rat und einschlägige Erfahrung ratsam, um gesundheitliche Risiken realistisch einzuschätzen. Nach dem Geschehen ist eine sorgfältige Aftercare-Phase wichtig, in der emotionale und körperliche Nachwirkungen gemeinsam aufgefangen werden. Diese Nachsorge gilt für alle Beteiligten gleichermaßen, da auch hinzukommende Personen intensive Erfahrungen verarbeiten müssen. Grundvoraussetzung bleibt in jedem Fall die informierte und freiwillige Zustimmung aller volljährigen Beteiligten.
Verwandte Begriffe
- Top – bezeichnet die aktiv führende Rolle, die beim Sub Sharing oft die Übergabe steuert.
- Szene-Vertrag – schriftliche Vereinbarung, die Regeln und Grenzen auch bei mehreren Beteiligten festhalten kann.
- Hohes Protokoll – strenge Rollenordnung, die auch bei geteilten Sessions als struktureller Rahmen dienen kann.
- Prüfungen – Aufgaben oder Tests, die einem Sub im Rahmen einer geteilten Begegnung gestellt werden können.
- Emotionaler Masochismus – Verarbeitung von Kontrollabgabe und Unterordnung, die beim Teilen besonders gefordert ist.
- Vorstellungsgespräch – vorbereitendes Gespräch, das dem Kennenlernen zwischen Sub und neuen Beteiligten dient.