Grundbegriff

Vermieterin

Die „Vermieterin“ ist ein BDSM-Rollenspiel, bei dem eine dominante Person die Position einer Vermieterin einnimmt und das reale Machtgefälle zu Mietern als Grundlage für ein einvernehmliches Szenario nutzt.

Auch bekannt als: Vermieterin-Rollenspiel · Landlady-Play

Was bedeutet Vermieterin?

Der Begriff „Vermieterin“ bezeichnet im BDSM-Kontext eine Rollen- und Szenariovariante, bei der eine dominante Person die Position einer Wohnungs- oder Zimmervermieterin einnimmt, während die unterwürfige Person die Rolle eines Mieters oder einer Mieterin übernimmt. Das Szenario nutzt das reale Machtgefälle zwischen Vermieter und Mieter – etwa in Fragen von Regeln, Kontrolle, Abhängigkeit oder vermeintlichen „Konsequenzen“ bei Regelverstößen – als narrativen Rahmen für ein Rollenspiel mit Machtaustausch. Es zählt zu den sogenannten Szenario- oder Fantasy-Spielen innerhalb des BDSM und ist verwandt mit anderen Autoritätsrollenspielen wie Lehrerin-Schüler oder Chefin-Angestellter. Abzugrenzen ist die „Vermieterin“ von realen Mietverhältnissen; es handelt sich ausschließlich um ein einvernehmlich vereinbartes fiktives Setting zwischen erwachsenen, informierten Beteiligten.

Praxis und Ablauf

In der praktischen Umsetzung wird meist vorab ein grober Handlungsrahmen abgesprochen: Welche „Mietregeln“ gelten, welche Konsequenzen ein Regelverstoß fiktiv nach sich zieht und wie weit das Szenario in Richtung Demütigung, Kontrolle oder körperliche Elemente gehen darf. Die Vermieterin tritt meist bestimmend, kontrollierend und autoritär auf, während die mietende Person in eine unterwürfige, abhängige Position gebracht wird. Requisiten wie ein Mietvertrag-Text, eine passende Umgebung oder Kleidung können die Atmosphäre unterstützen, sind jedoch kein Muss. Die Dauer variiert stark – von kurzen Einlagen innerhalb einer längeren Session bis zu ausgedehnten Rollenspielen über mehrere Stunden. Manche Paare entwickeln das Szenario auch über einen längeren Zeitraum, etwa im Rahmen einer bestehenden Machtaustausch-Dynamik. Wichtig ist, dass alle Handlungen innerhalb klar definierter Grenzen bleiben und jederzeit unterbrechbar sind. Die konkrete Ausgestaltung bleibt bewusst offen und individuell verhandelbar, da das Szenario primär als psychologischer und erzählerischer Rahmen dient und nicht als feste Abfolge körperlicher Handlungen zu verstehen ist.

Sicherheit und Konsens

Wie bei allen Rollenspielen mit Machtgefälle ist ein ausführliches Vorgespräch grundlegend: Grenzen, Tabus, körperliche und psychische Empfindlichkeiten sowie persönliche Trigger sollten offen besprochen werden. Ein klares Safeword oder Signalsystem muss vereinbart sein und jederzeit respektiert werden, auch wenn das Szenario Elemente von Druck oder Unterordnung enthält. Da Demütigungsspiele psychisch belastend wirken können, empfiehlt sich besondere Achtsamkeit bei Personen mit entsprechenden Vorerfahrungen oder Empfindlichkeiten; im Zweifel ist der Rat erfahrener Personen oder eine psychologische Einschätzung sinnvoll. Nach der Session ist eine sorgfältige Aftercare-Phase wichtig, um emotionale Nachwirkungen aufzufangen und die reale Beziehungsebene wiederherzustellen. Abbruchkriterien sollten vorab klar definiert sein, etwa bei aufkommendem Unwohlsein oder Überforderung. Konsens ist während der gesamten Dauer fortlaufend zu prüfen, nicht nur einmalig zu Beginn.

Verwandte Begriffe

  • Machtaustausch – grundlegendes Prinzip, auf dem das Vermieterin-Szenario aufbaut.
  • Sklave – verwandte Rollenbezeichnung für die unterwürfige Position in Machtgefälle-Szenarien.
  • Verhör Spiele – ähnliches Autoritäts-Rollenspiel mit fiktiver Machtposition.
  • Kittenplay – weitere Rollenspielvariante mit klar definierten Rollenbildern.
  • 24/7-Beziehung – dauerhafte Form des Machtaustauschs, die punktuelle Szenarien wie die Vermieterin-Rolle einbetten kann.
  • Playpartner – Bezeichnung für die Person, mit der ein solches Rollenspiel einvernehmlich durchgeführt wird.
Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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