Grundbegriff

Face-up Suspension

Face-up Suspension bezeichnet eine Form des Suspension-Bondage, bei der eine Person mit dem Gesicht nach oben freischwebend aufgehängt wird.

Auch bekannt als: Rückenlage-Suspension · Face-up Bondage · Supine Suspension

Was bedeutet Face-up Suspension?

Face-up Suspension bezeichnet eine Form des Suspension-Bondage, bei der eine Person mit dem Gesicht nach oben, also in Rückenlage, freischwebend aufgehängt wird. Der Begriff setzt sich aus dem Englischen „face up“ (nach oben gerichtetes Gesicht) und „suspension“ (Aufhängung) zusammen und stammt aus der internationalen Bondage-Szene, in der er häufig auch im Zusammenhang mit japanischer Fesselkunst, dem sogenannten Nawashi, verwendet wird. Im Unterschied zu Bauchlage-Aufhängungen oder Teilsuspensions, bei denen nur einzelne Körperteile vom Boden gelöst werden, trägt bei der Vollsuspension in Rückenlage das Seil- oder Gurtsystem das gesamte Körpergewicht. Face-up Suspension gilt als anspruchsvolle Praxis, die fundierte Kenntnisse in Fesseltechnik, Anatomie und Risikobewertung voraussetzt und typischerweise erfahrenen Praktizierenden vorbehalten bleibt.

Praxis und Ablauf

In der Praxis findet Face-up Suspension meist in dafür ausgestatteten Räumen statt, die über stabile Aufhängepunkte, etwa Deckenrigging, sowie geeignetes Sicherungsmaterial verfügen. Die Rollenverteilung folgt klassisch dem Modell aus fesselnder und gefesselter Person, wobei Letztere während des gesamten Vorgangs wach, ansprechbar und zur Kommunikation fähig bleiben sollte. Vor Beginn werden Ablauf, gewünschte Positionen und zeitlicher Rahmen besprochen; die tatsächliche Suspensionsdauer variiert stark und reicht von wenigen Minuten bis zu einer längeren Sitzung, wird jedoch stets an körperliche Signale angepasst. Zum Einsatz kommen üblicherweise spezielle Seile oder Bondage-Gurte, Karabiner, Rigging-Punkte und teils Polsterungen zum Schutz von Gelenken und Druckstellen. Während der gesamten Zeit behält die fesselnde Person die Kontrolle über Balance, Zugrichtung und Belastungsverteilung, während kontinuierlich Rückmeldung zu Empfindungen wie Kribbeln, Taubheit oder Atemgefühl eingeholt wird. Eine detaillierte technische Anleitung ist an dieser Stelle bewusst ausgeklammert, da die praktische Umsetzung fundiertes Fachwissen und praktische Übung unter Anleitung erfahrener Personen erfordert.

Sicherheit und Konsens

Grundvoraussetzung ist ein ausführliches Kennelerngespräch beziehungsweise Vorgespräch, in dem gesundheitliche Einschränkungen, Erfahrungswerte und persönliche Grenzen abgeklärt werden. Ein vorab vereinbartes Triggerwort oder Safeword ermöglicht jederzeit den sofortigen Abbruch. Face-up Suspension birgt reale gesundheitliche Risiken: Insbesondere die Rückenlage kann zu positionsbedingter Atemnot führen, wenn Brustkorb oder Bauchraum eingeengt werden; zudem drohen Nervenkompressionen, Kreislaufprobleme oder Durchblutungsstörungen an Gelenken. Aus diesem Grund sollte diese Praxis ausschließlich von Personen mit nachweislicher Erfahrung und im Idealfall nach vorheriger ärztlicher Abklärung möglicher Kontraindikationen durchgeführt werden. Während der Sitzung ist eine engmaschige Beobachtung von Hautfarbe, Atmung und Ansprechbarkeit unerlässlich. Nach dem Lösen der Fesselung gehört eine sorgfältige Aftercare-Phase dazu, in der Kreislauf, Muskulatur und emotionales Befinden beobachtet und stabilisiert werden.

Verwandte Begriffe

  • Nawashi – bezeichnet die traditionelle japanische Fesselkunst, aus der viele Suspensionstechniken stammen.
  • Bondage-Gurte – alternative oder ergänzende Hilfsmittel zu Seilen, die punktuelle Druckbelastung reduzieren können.
  • Positionsbedingte Atemnot – ein zentrales Risiko bei liegenden Suspensionsformen, das ständige Beobachtung erfordert.
  • Kennenlerngespräch – dient der Absprache von Grenzen, Erfahrung und Gesundheitszustand vor der Sitzung.
  • Triggerwort – ermöglicht den sofortigen Abbruch der Sitzung bei Unwohlsein.
  • Blickverbot – kann ergänzend eingesetzt werden, um die Sinneswahrnehmung während der Suspension zu verändern.
Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
← Zurück zum vollständigen Lexikon

Cookie-Einstellungen

Technisch notwendige Cookies Immer aktiv

Session, CSRF-Schutz, Login-Status – für die Grundfunktion der Website zwingend erforderlich.

Google Analytics – anonymisierte Analyse des Nutzerverhaltens zur Website-Optimierung.