Rebreather-Spiele
Rebreather-Spiele sind eine Form der Atemkontrolle im BDSM, bei der ausgeatmete Luft über ein Hilfsmittel erneut eingeatmet wird – eine risikoreiche Praxis, die höchste Erfahrung und Sicherheitsvorkehrungen erfordert.
Was bedeutet Rebreather-Spiele?
Rebreather-Spiele bezeichnen eine Spielart innerhalb des sogenannten Breath Play, also der bewussten Beeinflussung der Atmung im Rahmen einvernehmlicher BDSM-Praxis. Der Begriff leitet sich vom technischen Rebreather ab, einem Atemgerät, das ausgeatmete Luft filtert und erneut zuführbar macht. Im übertragenen Sinn meint die Praxis Situationen, in denen eine Person über eine Maske, Kapuze oder ein ähnliches Hilfsmittel wiederholt die eigene ausgeatmete Luft einatmet, wodurch sich das Verhältnis von Sauerstoff und Kohlendioxid verändert. Abzugrenzen ist dies von reiner sensorischer Deprivation, bei der es primär um Reizentzug geht, sowie von direkter Atemkompression durch Hand oder Halsband, die andere Risikoprofile aufweist. Rebreather-Spiele werden ausschließlich zwischen volljährigen, informierten und einvernehmlich handelnden Personen praktiziert und gelten als fortgeschrittene Spielform mit erheblichem Erfahrungsbedarf.
Praxis und Ablauf
In der praktischen Umsetzung übernimmt eine Person die Rolle der aktiv steuernden, kontrollierenden Instanz, während die andere Person die Wirkung der veränderten Atmung erlebt. Vor Beginn steht immer ein ausführliches Gespräch über Erfahrungswerte, gesundheitliche Voraussetzungen und die genaue Gestaltung der Session. Eingesetzt werden können unter anderem speziell dafür vorgesehene Masken oder Kapuzen mit begrenzter Luftzufuhr, wobei die konkrete Handhabung stets von der erfahrenen, kontrollierenden Person eng begleitet wird. Die Dauer einzelner Phasen ist grundsätzlich kurz gehalten, mit ständiger Beobachtung von Atemfrequenz, Hautfarbe und Reaktionsfähigkeit der spielenden Person. Rollenverteilung, Grenzen und nonverbale Signale werden vorab klar festgelegt, da verbale Kommunikation während der Praxis oft eingeschränkt ist. Diese Beschreibung dient ausschließlich der Einordnung und ersetzt keine praktische Anleitung, da die sichere Durchführung fundiertes Fachwissen und praktische Erfahrung voraussetzt, die im Rahmen eines Lexikoneintrags nicht vermittelt werden können.
Sicherheit und Konsens
Rebreather-Spiele zählen zu den gesundheitlich risikoreichsten Praktiken im BDSM-Spektrum, da eine Veränderung der Sauerstoffversorgung im schlimmsten Fall zu Bewusstlosigkeit, Hirnschäden oder Tod führen kann. Ein ausführliches Vorgespräch mit klaren Grenzen, einem vereinbarten Safeword sowie eindeutigen nonverbalen Abbruchsignalen ist unverzichtbar, ebenso die ständige Anwesenheit einer erfahrenen, nüchternen und aufmerksamen zweiten Person. Abbruchkriterien wie Blaufärbung der Lippen, Verkrampfung oder fehlende Reaktion müssen vorab besprochen und im Zweifel sofort umgesetzt werden. Von der Praxis ohne fundierte Vorerfahrung, medizinisches Grundwissen und klare Notfallplanung wird ausdrücklich abgeraten; ärztlicher Rat zu individuellen gesundheitlichen Risikofaktoren wird empfohlen. Nach der Session ist eine ruhige Aftercare-Phase mit Zuwendung, Flüssigkeitszufuhr und Beobachtung des Wohlbefindens wichtig, um körperliche und emotionale Nachwirkungen aufzufangen.
Verwandte Begriffe
- Federspiele – setzen auf sanfte sensorische Reize statt auf Atemkontrolle und gelten als risikoärmere Einstiegspraxis.
- Escalation Creep – beschreibt die schleichende Steigerung riskanter Praktiken, ein Phänomen, das bei Atemkontrolle besonders wachsam beobachtet werden sollte.
- Konsensunfall – bezeichnet eine Situation, in der Grenzen ungewollt überschritten werden, was bei riskanten Praktiken wie dieser besonders gravierende Folgen haben kann.
- Sub-Space – ein veränderter Bewusstseinszustand, der bei intensiven Praktiken auftreten kann und die Selbstwahrnehmung der unterlegenen Person beeinflusst.
- Protokoll – feste Regeln und Abläufe innerhalb einer Spielbeziehung, die auch Sicherheitsvorkehrungen für riskante Praktiken festlegen können.
- Panelknebel – ein Hilfsmittel zur Mundverschließung, das mit Atemkontrolle verwechselt werden kann, jedoch andere Sicherheitsaspekte betrifft.