Play Party
Eine private oder halböffentliche Veranstaltung, auf der in vorbereiteten Räumen gespielt wird — mit Hausregeln und Aufsicht.
Was bedeutet Play Party?
Eine Play Party ist eine private oder halböffentliche Veranstaltung, auf der in vorbereiteten Räumen gespielt wird. Im Deutschen sind Spielparty oder Fetischparty gebräuchlich. Der Unterschied zum Munch ist grundlegend: Dort wird geredet, hier wird gespielt.
Veranstaltet werden solche Abende von Vereinen, Gruppen oder Studios. Üblich ist eine Anmeldung im Voraus, häufig verbunden mit einer Empfehlung oder einem vorherigen Besuch auf einem Munch. Diese Hürde ist beabsichtigt: Sie hält den Kreis überschaubar und ermöglicht es den Veranstaltern, für den Rahmen einzustehen.
Ablauf in der Praxis
Meist gibt es mehrere Bereiche: einen Aufenthaltsraum mit Getränken, in dem geredet wird, und Spielbereiche mit Mobiliar wie Andreaskreuz, Bänken und Aufhängepunkten. In vielen Räumen gilt eine Trennung zwischen laut und leise oder zwischen intensiven und ruhigen Szenen.
Beim Eintreffen erfolgt in der Regel eine Einführung: Hausregeln, Räume, Ansprechpartner, Lage der Erste-Hilfe-Ausstattung. Es gibt fast immer eine Aufsicht — Personen, die ansprechbar sind, im Zweifel eingreifen und über die Einhaltung der Regeln wachen. Häufig gibt es einen Dresscode, der von Alltagskleidung bis zu Leder oder Latex reichen kann und vorab kommuniziert wird.
Die wichtigsten Regeln sind überall ähnlich: keine Fotos, niemanden und nichts ohne Erlaubnis anfassen, nicht durch eine laufende Szene gehen, fremde Szenen nicht kommentieren, kein Alkohol vor oder während des Spiels, Anweisungen der Aufsicht folgen. Nach einer Szene wird das benutzte Möbelstück gereinigt.
Sicherheit und Gepflogenheiten
Zuschauen ist auf einer Play Party ausdrücklich erlaubt und üblich — aber mit Abstand und ohne Kommentar. Wer einer Szene zusieht, bleibt außerhalb des Bewegungsraums und spricht die Beteiligten nicht an, auch nicht danach, sofern sie es nicht selbst tun. Nach einer intensiven Szene brauchen beide Ruhe, nicht Gespräch.
Für Erstbesucher gilt derselbe Rat wie beim Munch: hingehen, schauen, nichts müssen. Es ist völlig üblich, den ersten Abend ausschließlich im Aufenthaltsraum zu verbringen. Wer spielen möchte, klärt das mit seinem Gegenüber wie sonst auch — eine Play Party ersetzt kein Vorgespräch, und die Anwesenheit einer Aufsicht ersetzt keine Absprache. Der Vorteil des Rahmens liegt darin, dass Hilfe in der Nähe ist, wenn etwas nicht wie geplant läuft.
Verwandte Begriffe
- Munch — das Treffen ohne Spiel, oft die Voraussetzung für eine Einladung.
- Dungeon — der Raum, in dem eine solche Party stattfindet.
- Szene — sowohl die Gemeinschaft als auch der einzelne Spielabschnitt.
- Vorführung — das Spielen vor Zuschauern als eigene Spielart.
- Verhandlung — das Vorgespräch, das auch hier erforderlich bleibt.