Autoerotische Asphyxie
Autoerotische Asphyxie bezeichnet eine gefährliche, allein ausgeübte Praxis mit Erstickungsrisiko und ist kein BDSM, da die für BDSM zentrale Aufsicht und Einwilligungsfähigkeit im Moment der Gefahr fehlen.
Was bedeutet Autoerotische Asphyxie?
Der Begriff bezeichnet eine sexuelle Praxis, bei der eine Person sich allein und ohne Aufsicht selbst die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn reduziert, um die dadurch entstehenden körperlichen Effekte mit sexueller Erregung zu verbinden. Es handelt sich nicht um eine BDSM-Praktik, sondern um ein Verhalten mit erheblichem, wissenschaftlich dokumentiertem Todesrisiko, da sich der Grad der Sauerstoffreduktion beim Wirksamwerden der Bewusstlosigkeit nicht mehr kontrollieren lässt. Wiederkehrende Todesfälle, die zunächst fälschlich als Suizid eingeordnet wurden, sind in der Rechtsmedizin bekannt. Dieser Eintrag beschreibt bewusst keinen Ablauf und keine Vorgehensweise. Er dient allein der Aufklärung darüber, dass es sich um eine gefährliche Alleinhandlung mit möglicher Todesfolge handelt, nicht um eine erlernbare oder empfehlenswerte Praxis.
Warum das kein BDSM ist
Einvernehmliches BDSM setzt zwei oder mehr informierte, einwilligungsfähige Erwachsene voraus, die Risiken gemeinsam kennen, begrenzen und beaufsichtigen. Bei der autoerotischen Asphyxie fehlt diese zweite Person vollständig; es gibt niemanden, der im Ernstfall eingreifen könnte. Die Kontrolle über den eigenen Zustand geht im entscheidenden Moment gerade verloren, wodurch das zentrale Sicherheitsprinzip von BDSM – Widerrufbarkeit und Aufsicht – strukturell nicht gegeben ist. Fachlich wird das Verhalten daher nicht als Spielart einvernehmlicher Machtdynamik verstanden, sondern als riskantes Alleinverhalten, das im Bereich der Sexualmedizin und der Suizid- und Unfallprävention behandelt wird. Eine bloße Neigung ist noch keine Störung; relevant wird sie durch das Risiko für Leib und Leben der betroffenen Person selbst.
Hilfe und Anlaufstellen
Wer diese Neigung bei sich bemerkt oder wiederholt in gefährliche Situationen gerät, findet Unterstützung bei einer hausärztlichen Praxis, in einer psychotherapeutischen Sprechstunde oder bei einer sexualmedizinischen Ambulanz. Beratungsstellen für Sexualität bieten vertrauliche Gespräche ohne Vorverurteilung. Besteht Sorge, andere Personen einzubeziehen oder zu gefährden, bietet das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ anonyme, kostenfreie Beratung. Angehörige und Betroffene können sich zudem an die Telefonseelsorge wenden. Der Weisse Ring unterstützt Menschen, die durch das Verhalten anderer zu Schaden gekommen sind. Bei akuter Lebensgefahr gilt in Deutschland der Notruf 110.