Goddess Worship
Goddess Worship bezeichnet die Verehrung einer dominanten Frau als überhöhte Figur, ausgedrückt durch die Anrede als Göttin oder Goddess, durch Rituale, Tribute und Hingabe innerhalb eines abgesprochenen Rollenspiels.
Was Goddess Worship bedeutet
Die Göttinnenverehrung beschreibt eine Ausprägung der Femdom, in der die dominante Frau nicht nur führt, sondern als überhöhte, verehrungswürdige Figur behandelt wird. Der unterwürfige Part spricht sie als Göttin oder Goddess an, erweist ihr Ehrerbietung und stellt die eigene Hingabe in den Mittelpunkt. Die Überhöhung ist Teil der Inszenierung: Beide wissen, dass es sich um eine Rolle handelt, die im vereinbarten Rahmen gilt und außerhalb davon endet.
Anders als bei einzelnen Praktiken geht es um eine Haltung gegenüber der Person. Wie diese Haltung ausgedrückt wird, ist offen und wird miteinander vereinbart.
Ausdrucksformen der Verehrung
- Anrede: Göttin oder Goddess gehört zu den Anredeformen, die das Machtgefälle schon im Sprechen sichtbar machen.
- Rituale: Begrüßungen, Gesten oder festgelegte Abläufe, wie sie ein Anbetungsritual beschreibt, geben der Verehrung eine Form.
- Verehrung des Körpers: Body Worship richtet sich auf den Körper oder einzelne Körperteile der dominanten Person. Sie kann Teil des Ganzen sein, ist aber enger gefasst.
- Gaben: Ein Tribut oder ein Tribute Task zu Ehren der Göttin drückt Wertschätzung aus.
- Worte: Gesprochene oder geschriebene Huldigungen machen die Hingabe ausdrücklich.
Princess als verspieltere Anrede
Verwandt ist die Anrede Princess. Sie betont weniger das Erhabene als das Verwöhnt- und Umsorgtwerden: Die Frau wird bedient, beschenkt und in ihren Launen ernst genommen. Der Ton ist leichter und spielerischer als bei der Göttin.
In Anzeigen kann Princess allerdings auch schlicht Teil eines Künstlernamens sein und sagt dann nichts über die angebotene Spielart aus. Im Zweifel klärt eine höfliche Nachfrage im Sinne der Anfrage-Etikette, was gemeint ist.
Berührungspunkte mit Findom
Goddess Worship und Findom überschneiden sich, weil Geldgeschenke in beiden als Ausdruck der Verehrung verstanden werden können. Der Schwerpunkt ist aber verschieden: Bei Findom ist das Geben selbst die Unterwerfung, beim Goddess Worship steht die verehrte Frau im Zentrum, und Geld muss keine Rolle spielen.
Wo Geld hinzukommt, sind feste Obergrenzen unverzichtbar, und es gelten dieselben finanziellen Grenzen wie bei Findom: Beträge vorher festlegen, nur aus frei verfügbaren Mitteln geben und keine Zahlungen leisten, nur weil die Sorge besteht, die Göttin sonst zu enttäuschen.
Grenzen und Missverständnisse
Goddess Worship ist ein Rollenspiel mit Grenzen, keine Aussage über den tatsächlichen Wert von Menschen. Außerhalb des Spiels begegnen sich beide als gleichberechtigte Erwachsene. Problematisch wird es, wenn die Überhöhung ohne Absprache in den Alltag übergreift oder wenn die verehrende Person eigene Bedürfnisse, Grenzen oder Finanzen dauerhaft zurückstellt, um der Rolle gerecht zu werden.
Auch die verehrte Person trägt Verantwortung. Wer als Göttin angesprochen wird, bleibt an Absprachen gebunden und achtet darauf, dass Hingabe freiwillig bleibt. Ein Safeword oder ein vereinbartes Signal gilt auch in einem Spiel, das vor allem aus Worten und Ritualen besteht, und nach intensiven Szenen gehört Aftercare dazu.