Infusion
Das Einbringen von Flüssigkeit in eine Vene. Ein medizinischer Eingriff, der ausschließlich in ausgebildete Hände gehört.
Was bedeutet Infusion?
Als Infusion bezeichnet man das Einbringen von Flüssigkeit über einen venösen Zugang. Der Begriff taucht gelegentlich im Zusammenhang mit Klinikszenarien auf, weil Tropf und Schlauch zur Ikonografie des Krankenhauses gehören.
Dieser Eintrag beschreibt kein Vorgehen. Eine Infusion ist ein invasiver medizinischer Eingriff mit unmittelbarem Zugang zum Blutkreislauf. Sie gehört in keiner Form in ein Rollenspiel und lässt sich nicht durch Sorgfalt in eine vertretbare Praktik verwandeln.
Warum das kein Spielfeld ist
Der venöse Zugang umgeht sämtliche Schutzbarrieren des Körpers. Was hineingelangt, wirkt sofort und lässt sich nicht zurückholen. Keime, die dabei eingebracht werden, können eine Blutstromvergiftung auslösen — ein lebensbedrohliches Krankheitsbild, das innerhalb von Stunden kritisch wird.
Weitere Gefahren sind Luftembolien, wenn Luft in die Leitung gelangt, Venenentzündungen und Thrombosen, Verletzungen von Nerven und Arterien bei der Punktion sowie Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, wenn der Zugang verrutscht. Bei falscher Zusammensetzung oder Menge der Flüssigkeit drohen schwere Störungen des Salzhaushalts mit Auswirkungen auf Herz und Nerven.
Hinzu kommt eine Gefahr, die in einer Session besonders schwer wiegt: Kreislaufreaktionen bis zur Ohnmacht sind bei Punktionen häufig. Wer dabei fixiert ist oder steht, verletzt sich zusätzlich — und ein bewusstloser Mensch mit liegendem Zugang ist eine Situation, die niemand ohne Ausbildung beherrschen kann.
Alternativen mit derselben Wirkung
Die klinische Atmosphäre, um die es geht, entsteht vollständig ohne Eingriff. Bewährt sind: ein Tropfständer als Requisit ohne Verbindung zum Körper, angelegte Manschetten und Elektroden auf der Haut, ein Stethoskop, Blutdruckmessungen, Fixiergurte, eine Untersuchungsliege, Dokumentation und Befundbesprechung. Die Wirkung entsteht durch Bild, Ton und Ablauf, nicht durch die Nadel.
Ebenso wirksam sind Klebeelektroden für Reizstrom, die optisch an medizinische Ausstattung erinnern, sowie Manschetten und Bandagen. Wer den Reiz des Ausgeliefertseins in einer Klinik sucht, findet ihn in der Kombination aus Fixierung, sachlicher Sprache und Untersuchungsritual — dort liegt er ohnehin, nicht im Eingriff selbst.
Sollte in einer Session eine Nadelstichverletzung oder ein Blutkontakt vorkommen: Wunde spülen, desinfizieren und zeitnah ärztlich abklären. Bei Verdacht auf HIV-Exposition ist eine Vorsorgebehandlung nur innerhalb weniger Stunden wirksam.
Verwandte Begriffe
- Fetisch-Klinikspiele — die Atmosphäre ohne invasive Elemente.
- Blutabnahme — die verwandte Praktik mit denselben Grenzen.
- Katheter — ebenfalls ein medizinischer Eingriff.
- Doktor-Spiele — das Rollenspiel im vertretbaren Rahmen.
- Hard Limit — die Grenze, die hier gesetzt gehört.