Potenzmittel
Potenzmittel sind Medikamente, die eine Erektion erleichtern. Im Studio-Kontext sind sie vor allem wegen ihrer Risiken wichtig: Zusammen mit Poppers kann der Blutdruck lebensgefährlich abfallen.
Was sind Potenzmittel?
Als Potenzmittel werden Medikamente bezeichnet, die bei Erektionsstörungen eingesetzt werden. Sie wirken auf die Blutgefäße und erleichtern so eine Erektion. Sie sind nicht für jeden Menschen geeignet und können mit anderen Substanzen und Medikamenten gefährlich zusammenwirken.
Manche Gäste nehmen vor einem Studiobesuch ein Potenzmittel. Das ist kein Grund zur Scham, aber eine Information, die vor die Session gehört. Dieser Eintrag ist ein Warnhinweis. Er ersetzt keine ärztliche Beratung und gibt keine Empfehlung zur Einnahme.
Offen darüber sprechen
Im Rahmen der Gesundheitsfragen vor einer Session sollten Gäste angeben, ob sie ein Potenzmittel genommen haben oder nehmen wollen. Ebenso wichtig sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutdruckprobleme und andere Medikamente. Die Anbieterin kann die Session dann anpassen, belastende Elemente weglassen oder die Session ablehnen. Verschweigen schützt niemanden, es nimmt allen Beteiligten die Möglichkeit, Risiken zu erkennen.
Tabu: die Kombination mit Poppers
Die gefährlichste Wechselwirkung betrifft Popper. Diese flüchtigen Alkylnitrite erweitern ebenfalls die Blutgefäße. Zusammen mit einem Potenzmittel kann der Blutdruck plötzlich und lebensgefährlich abfallen, mit der Gefahr von Bewusstlosigkeit, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Dasselbe gilt für nitrathaltige Herzmedikamente. Diese Kombination ist tabu, auch in kleinen Mengen und auch dann, wenn die Einnahme schon eine Weile zurückliegt, weil manche Mittel lange nachwirken. Wer ein Potenzmittel genommen hat, verzichtet auf Poppers, und umgekehrt. Ein verantwortungsvolles Studio lässt Poppers bei solchen Gästen ausnahmslos nicht zu.
Zusätzliche Belastung für den Kreislauf
Auch ohne Poppers können Potenzmittel den Blutdruck senken. In einer Session kommen weitere Belastungen hinzu:
- Hitze und luftundurchlässige Kleidung, siehe Überhitzung im Latexanzug,
- Fixierungen, die schnelles Aufsetzen oder Hinlegen verhindern,
- Kopftieflage und rasche Lagewechsel,
- Alkohol oder Drogen, weshalb die Nüchternheitsregel hier ausdrücklich gilt; Chemsex mit Potenzmitteln ist ein erhebliches Risiko.
Warnzeichen wie Schwindel, Blässe, kalter Schweiß, Übelkeit, Sehstörungen oder Brustschmerz bedeuten: Session sofort beenden, Fixierungen lösen, die Person hinlegen, bei Atemnot oder Brustschmerz mit erhöhtem Oberkörper lagern und nicht allein lassen. Bei Brustschmerz, Atemnot oder Bewusstseinsstörung wird der Notruf 112 gewählt; siehe auch Kreislaufkollaps. Dem Rettungsdienst wird gesagt, welche Mittel genommen wurden, auch Poppers, weil die Behandlung davon abhängt.
Dauererektion und Hilfsmittel
Eine Erektion, die nicht von selbst abklingt, ist ein ärztlicher Notfall, besonders wenn sie schmerzt. Sie kann das Gewebe dauerhaft schädigen und wird nicht abgewartet.
Risiken entstehen auch in Verbindung mit einem Penisring oder einem Keuschheitskäfig. Unter einem Potenzmittel kann eine Erektion stärker und anhaltender ausfallen. Ein Ring kann dann den Blutabfluss abschnüren, ein Käfig schmerzhaft drücken und Haut oder Gewebe verletzen. Hilfsmittel müssen sich deshalb jederzeit schnell entfernen lassen. Lässt sich ein Ring nicht mehr lösen, wird ärztliche Hilfe geholt, statt mit Gewalt zu ziehen.
Gefälschte Mittel
Potenzmittel ohne ärztliche Verschreibung aus unsicheren Quellen können gefälscht, verunreinigt oder falsch dosiert sein. Ihr tatsächlicher Inhalt ist unbekannt und damit auch das Risiko, gerade in Kombination mit anderen Substanzen oder Vorerkrankungen. Wer ein Potenzmittel nutzen möchte, klärt Eignung und Wechselwirkungen vorher ärztlich ab.