Abgrenzung

Präventionsangebote

Präventionsangebote sind Beratungs- und Therapieangebote für Menschen mit sexuellem Interesse an Kindern; sie betreffen fehlende Einwilligungsfähigkeit und haben mit einvernehmlichem BDSM zwischen Erwachsenen nichts zu tun.

Was bedeutet Präventionsangebote?

Präventionsangebote sind Beratungs-, Therapie- und Unterstützungsangebote, die sich an Menschen richten, die eine sexuelle Neigung mit Bezug zu Kindern oder Jugendlichen bei sich feststellen, oder die befürchten, Grenzen anderer zu verletzen. Sie sind kein Bestandteil der BDSM-Fachliteratur, sondern gehören in den Bereich der klinischen Sexualmedizin und Präventionsarbeit. Ziel dieser Angebote ist es, Betroffene frühzeitig zu erreichen, bevor es zu einer Straftat kommt, und ihnen professionelle Begleitung anzubieten. Eine Neigung allein ist noch keine Störung im klinischen Sinn; entscheidend sind Leidensdruck der betroffenen Person oder die tatsächliche oder drohende Betroffenheit anderer ohne deren Einwilligung. Präventionsangebote setzen genau an dieser Stelle an: bevor Grenzen anderer verletzt werden.

Warum das kein BDSM ist

Einvernehmliches BDSM setzt voraus, dass alle Beteiligten volljährig, einwilligungsfähig und informiert zustimmen. Die Zielgruppe von Präventionsangeboten betrifft Situationen, in denen genau diese Einwilligungsfähigkeit auf Seiten möglicher Betroffener fehlt, etwa bei Kindern und Jugendlichen. Handlungen in diesem Bereich sind keine Praktik zwischen erwachsenen, gleichberechtigten Partnern, sondern potenziell strafbare Übergriffe, etwa nach den Vorschriften der §§ 176 ff. Strafgesetzbuch zum sexuellen Missbrauch von Kindern. Präventionsangebote sind daher kein Teil der BDSM-Kultur, sondern ein Hilfsangebot mit dem Ziel, Straftaten zu verhindern und Betroffene wie potenzielle Täter frühzeitig zu unterstützen. Der Unterschied liegt nicht in der Intensität einer Handlung, sondern ausschließlich in der fehlenden Einwilligungsfähigkeit der betroffenen Personen.

Hilfe und Anlaufstellen

Wer bei sich eine entsprechende Neigung feststellt und Unterstützung sucht, kann sich an das bundesweite Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden" wenden, das vertrauliche und kostenfreie Beratung anbietet. Auch der Hausarzt oder eine psychotherapeutische Sprechstunde sind erste Anlaufstellen. Betroffene von Übergriffen finden Unterstützung beim Weissen Ring sowie bei örtlichen Opferschutz- und Beratungsstellen. Die Telefonseelsorge steht rund um die Uhr für Gespräche in Krisensituationen zur Verfügung. Besteht akute Gefahr für ein Kind oder eine andere Person, ist unverzüglich der Notruf 110 zu wählen.

Dieser Eintrag beschreibt keine einvernehmliche Spielart, sondern dient der Abgrenzung: Was hier benannt wird, findet ohne Einwilligung statt oder ist strafbar und hat mit BDSM zwischen Erwachsenen nichts zu tun. Wer sich betroffen oder gefährdet fühlt, findet oben genannte Anlaufstellen. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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