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Grundbegriff

Tabuliste

Redaktion Dominacall24 Zuletzt geprüft am

Tabuliste ist die Aufstellung dessen, was eine Anbieterin grundsätzlich nicht anbietet. Sie gilt vorab für alle Gäste und wird weder verhandelt noch gegen Aufpreis oder in der Session infrage gestellt.

Auch bekannt als: Tabu-Liste · No-Go-Liste

Was eine Tabuliste ist

Die Tabuliste ist die Aufstellung dessen, was eine Anbieterin grundsätzlich nicht anbietet. Sie steht in Anzeigen, auf Profilseiten oder in den Studioregeln und richtet sich an alle Gäste gleichermaßen. Anders als eine persönliche Absprache vor einer Session ist sie keine Verhandlungsgrundlage, sondern ein fester Rahmen: Was auf der Tabuliste steht, findet bei dieser Anbieterin nicht statt, unabhängig von Gast, Anlass oder Termin. Die Liste kann sich mit der Zeit ändern; maßgeblich ist immer die aktuelle Fassung. Im privaten Umfeld wird das Wort auch für die eigene Aufstellung persönlicher Grenzen verwendet; dieser Eintrag beschreibt die Tabuliste in Anzeigen und Studios.

Abgrenzung zu Hard Limit, Checklisten und Tabu

  • Hard Limit beschreibt als Begriff die persönliche, absolute Grenze eines Menschen, ähnlich wie Tabuzonen. Eine Tabuliste kann aus solchen Grenzen bestehen, ist aber zugleich eine öffentliche Beschreibung des Angebots.
  • Soft Limit meint eine Grenze, die unter Bedingungen verhandelbar ist. Was eine Anbieterin nur unter bestimmten Voraussetzungen anbietet, ist Gegenstand der Verhandlung, nicht der Tabuliste.
  • Yes-No-Maybe-Liste und Fetisch-Checkliste dienen dem Abgleich im Gespräch. Sie werden für eine konkrete Begegnung ausgefüllt und besprochen; die Tabuliste gilt dagegen vorab und für alle.
  • Tabu bezeichnet Tabuthemen, die bewusst als Spielinhalt inszeniert werden können. Mit der Tabuliste teilt der Begriff nur den Wortstamm.

Was Gäste aus einer Tabuliste ableiten

Für Gäste ist die Tabuliste die erste Orientierung, noch vor der Kontaktaufnahme. Sie vorher zu lesen, gehört zur Anfrage-Etikette. Daraus folgen einige klare Regeln:

  • Tabus werden nicht verhandelt. Schon die Frage nach einer Ausnahme stellt die Grenze infrage.
  • Tabus werden nicht gegen Aufpreis erfragt. Das Angebot, mehr zu bezahlen, ist kein Kompliment, sondern der Versuch, eine Grenze zu kaufen.
  • Tabus werden nicht in der Session „getestet“. Wer versucht, eine ausgeschlossene Praktik schrittweise einzuführen, begeht eine Grenzverletzung.
  • Eine Anfrage nach Tabupraktiken ist ein nachvollziehbarer Grund für eine Absage und kann dazu führen, dass auch spätere Anfragen unbeantwortet bleiben.

Warum Tabus nicht verhandelbar sind

Eine Tabuliste schützt beide Seiten. Die Anbieterin muss ihre Grenze nicht in jedem Gespräch neu verteidigen, und Gäste wissen vorab, ob ihre Wünsche zu diesem Angebot passen. Wer eine Grenze erst im Termin zur Diskussion stellt, setzt die andere Person unter Druck, und zwar in einer Situation, in der ein Nein unangenehmer ist als bei der Anfrage. Deshalb ist die Tabuliste bewusst so angelegt, dass über ihren Inhalt nicht gesprochen werden muss.

Häufige Missverständnisse

Eine Tabuliste ist keine Bewertung der Wünsche von Gästen und kein Hinweis auf fehlende Erfahrung. Sie beschreibt, womit jemand arbeiten möchte und womit nicht. Ebenso wenig ist sie vollständig: Was nicht darauf steht, ist damit nicht automatisch angeboten, sondern wird im Vorgespräch geklärt. Viele professionelle Anbieterinnen schließen zum Beispiel Intimkontakt aus; ob das im Einzelfall zutrifft, ergibt sich aus der Anzeige oder dem Gespräch, nicht aus Vermutungen. Abkürzungen auf einer Tabuliste lassen sich über die Szene-Codes in Anzeigen entschlüsseln. Wer eine Angabe nicht versteht, fragt höflich nach, statt sie zu den eigenen Gunsten auszulegen.

Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung. Was einvernehmliches BDSM ausmacht, steht unter Konsens.
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