Praktik

Benutzungsspiele

Spielart, in der ein Part sich zum Gebrauch durch den anderen zur Verfügung stellt — mit dem Reiz des vollständigen Sich-Überlassens.

Was bedeuten Benutzungsspiele?

Benutzungsspiele bezeichnen eine Spielart, in der ein Part sich dem anderen zum Gebrauch zur Verfügung stellt. Der Reiz liegt im vollständigen Sich-Überlassen: Der empfangende Part gibt die Initiative vollständig ab und wird zum Gegenstand der Handlung, statt an ihr beteiligt zu sein.

Wichtig zur Einordnung: Das Bild des Benutztwerdens ist die Spielebene. Auf der Ebene darunter liegt eine sorgfältig verhandelte Absprache, in der der empfangende Part genau festgelegt hat, was geschehen darf. Gerade weil das Spiel so weit geht, ist der Rahmen darunter eng.

Praxis und Ablauf

Häufig wird der Zustand über Passivität und Anonymisierung hergestellt. Verbreitet sind eine Augenbinde, eine Fixierung, das Verbot zu sprechen, das Verbot sich zu bewegen, sowie Positionen, die Verfügbarkeit ausdrücken. Der führende Part handelt, kommentiert oder ignoriert — je nachdem, welche Wirkung gesucht ist.

Verbal wird die Spielart häufig durch Sprache getragen: Anweisungen, sachliche Kommentare, Beschreibungen, die das Bild verstärken. Wie weit das geht, ist Verhandlungssache — viele mögen einen deutlichen Ton, andere ausschließlich Handlung ohne Worte, weil Sprache das Erlebnis für sie zerstört.

Kombiniert werden Benutzungsspiele mit vielen anderen Praktiken: Bondage, Demütigung, orale oder anale Elemente, Vorführung. In der professionellen Femdom wird die Spielart oft mit klar begrenztem Repertoire angeboten, wobei ausdrücklich benannt wird, was nicht Teil der Session ist.

Sicherheit und Konsens

Weil die Spielart auf Passivität setzt, muss das Abbruchsignal umso robuster sein. Wenn Sprechen ausgeschlossen ist, wird ein nichtsprachliches Zeichen vereinbart — ein Gegenstand in der Hand, ein Klopfmuster, mehrfaches deutliches Summen. Der führende Part prüft aktiv, statt zu warten: Ein Spiel, dessen Regel das Stillhalten ist, liefert von sich aus keine Rückmeldung.

Ins Vorgespräch gehört sehr konkret, welche Handlungen erlaubt sind, welche Körperbereiche einbezogen werden, ob Dritte beteiligt sind, ob und wie geschützt wird und welche Worte ausgeschlossen bleiben. Bei intimem Kontakt gehören Infektionsschutz und Absprachen dazu.

Die Nachsorge ist bei dieser Spielart besonders wichtig. Wer sich weit als Objekt erlebt hat, braucht danach ausdrücklich die Erfahrung, wieder als Person angesprochen zu werden — Namen nennen, Zuwendung, Gespräch. Ein Stimmungstief in den Tagen danach ist nicht ungewöhnlich und sagt nichts darüber aus, ob die Session gut war.

Verwandte Begriffe

  • Versklavung — die weiterreichende Rollenübernahme.
  • Demütigung — das Element, mit dem oft verbunden wird.
  • Lustsklave — die verwandte Rollenbeschreibung.
  • Vorführung — die Erweiterung um Zuschauer.
  • Aftercare — die Nachsorge, die hier besonders zählt.
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Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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