Grundbegriff

Kink

Sammelbegriff für sexuelle Vorlieben abseits des Gewöhnlichen — weiter gefasst als BDSM und ohne wertende Zuschreibung.

Auch bekannt als: Vorliebe · Spielart

Was bedeutet Kink?

Kink ist ein Sammelbegriff für sexuelle Vorlieben, die vom Gewöhnlichen abweichen. Das englische Wort bedeutet wörtlich Knick oder Biegung und wurde bewusst gewählt, weil es beschreibend statt wertend ist. Wer sich als kinky bezeichnet, sagt damit: Meine Vorlieben weichen von der Mitte ab — ohne damit ein Urteil zu verbinden.

Der Begriff ist weiter als BDSM. Er umfasst dessen Spielarten, geht aber darüber hinaus und schließt Fetische und Vorlieben ein, die nichts mit Dominanz, Fesselung oder Reizsetzung zu tun haben. Ein Materialfetisch etwa ist ein Kink, aber nicht zwangsläufig BDSM.

Abgrenzung und Gebrauch

Drei Begriffe werden häufig verwechselt. BDSM bezeichnet ein bestimmtes Spektrum von Spielarten rund um Fesselung, Disziplin, Dominanz und Reizsetzung. Fetisch meint eine Vorliebe, die auf einen bestimmten Gegenstand, ein Material oder ein Körperteil gerichtet ist. Kink ist der weiteste der drei und fasst beides sowie weiteres darunter.

In der Praxis dient der Begriff vor allem als unaufgeregte Selbstbeschreibung. Er erlaubt es, über Vorlieben zu sprechen, ohne sich auf eine Rolle oder eine Szenezugehörigkeit festzulegen. Gerade für Menschen, die einzelne Elemente reizvoll finden, ohne sich der BDSM-Szene zugehörig zu fühlen, ist das eine passendere Beschreibung.

Das Gegenwort ist Vanilla — die Bezeichnung für alles, was außerhalb liegt. Beide Begriffe sind idealerweise wertfrei gemeint, werden aber gelegentlich abschätzig gebraucht, in beide Richtungen. Sinnvoll ist die Trennung ohnehin nur als grobe Orientierung: Wo genau das Gewöhnliche endet, lässt sich nicht bestimmen, und die Übergänge sind fließend.

Einordnung

Eine Vorliebe abseits der Mitte ist keine Störung. Die einschlägigen medizinischen Klassifikationen sehen einen Behandlungsbedarf erst dann, wenn Leidensdruck entsteht oder wenn andere ohne ihre Zustimmung betroffen sind — die Vorliebe selbst ist es nicht. Diese Unterscheidung ist der Grund, warum die Szene auf wertfreie Begriffe wie Kink Wert legt.

Für die Verständigung bleibt der Begriff dennoch unpräzise: Er sagt, dass jemand Vorlieben abseits der Mitte hat, aber nicht welche. Im Vorgespräch ersetzt er deshalb keine konkreten Angaben. Wer wissen will, ob etwas zusammenpasst, muss über Praktiken, Rollen und Grenzen sprechen, nicht über Etiketten.

Verwandte Begriffe

  • BDSM — der engere Begriff für ein bestimmtes Spektrum.
  • Vanilla — die Bezeichnung für alles außerhalb.
  • Leder — ein Beispiel für einen materialbezogenen Fetisch.
  • Verhandlung — der Ort, an dem Etiketten durch Konkretes ersetzt werden.
  • Munch — das Treffen, auf dem man sich über Vorlieben austauscht.
Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
← Zurück zum vollständigen Lexikon

Cookie-Einstellungen

Technisch notwendige Cookies Immer aktiv

Session, CSRF-Schutz, Login-Status – für die Grundfunktion der Website zwingend erforderlich.

Google Analytics – anonymisierte Analyse des Nutzerverhaltens zur Website-Optimierung.