Praktik

Leder

Leder als Materialfetisch und als Traditionslinie der Szene — mit eigener Ästhetik, Geschichte und Symbolik.

Was bedeutet Leder?

Leder ist zugleich ein Materialfetisch und eine Traditionslinie der BDSM-Kultur. Als Fetisch bezieht sich die Vorliebe auf Geruch, Optik, Geräusch und das Gefühl des Materials auf der Haut. Als Kulturlinie steht Leder für eine Strömung, die sich ab den 1950er Jahren zunächst in der schwulen Motorradszene der USA entwickelte und von dort weite Teile der Szene geprägt hat.

Aus dieser Linie stammen viele Gepflogenheiten, die heute allgemein verbreitet sind — etwa das Bewusstsein für Rituale, für Zugehörigkeit und für ein bestimmtes Auftreten. Auch die Bezeichnung „Leathermen" und eigene Vereine gehen darauf zurück.

Praxis und Ausprägungen

Als Fetisch zeigt sich die Vorliebe im Tragen und im Berühren: Jacken, Hosen, Handschuhe, Stiefel, Harnesse, Masken, Korsetts. Für manche ist der Geruch das Wesentliche, für andere das Geräusch beim Bewegen, für wieder andere die feste, umschließende Passform. Häufig wird die Vorliebe auf bestimmte Stücke eingegrenzt — Stiefel und Handschuhe haben eigene, große Anhängerschaften.

Praktisch ist Leder darüber hinaus ein Grundmaterial für Ausstattung: Manschetten, Riemen, Flogger, Paddel, Halsbänder. Gepolsterte Ledermanschetten gelten als eine der sichersten Möglichkeiten zu fixieren, weil sie breit auflegen und sich schnell öffnen lassen.

Zur Pflege: Leder wird trocken gelagert, nicht in praller Sonne und nicht in Plastik, weil es sonst schimmelt. Gereinigt wird mit einem feuchten Tuch, gepflegt mit geeigneten Mitteln. Nasses Leder trocknet langsam bei Raumtemperatur, nie auf der Heizung — sonst wird es hart und brüchig.

Sicherheit und Hygiene

Ein wichtiger Punkt betrifft die Reinigung: Leder ist porös und lässt sich nicht zuverlässig desinfizieren. Für Ausstattung, die die Haut öffnen könnte — etwa Flogger oder Riemen bei intensiver Nutzung —, sind deshalb persönliche Sätze üblich, statt sie zwischen Personen zu teilen. Bei Manschetten und Halsbändern genügt in der Regel Reinigung, sofern die Haut unverletzt ist.

Bei eng anliegender Lederkleidung gilt Ähnliches wie bei Latex: Das Material ist wenig atmungsaktiv, was bei längerem Tragen und Bewegung zu Wärmestau führt. Ausreichend trinken und Pausen einplanen. Bei Harnessen und Riemen wird darauf geachtet, dass sie nicht einschneiden und die Durchblutung nicht behindern.

Zu bedenken sind außerdem Unverträglichkeiten: Gerbstoffe und Farbstoffe können Hautreizungen auslösen, besonders bei Schweiß und längerem Hautkontakt. Wer empfindlich reagiert, trägt eine dünne Schicht darunter oder weicht auf anders gegerbte Ware aus.

Verwandte Begriffe

  • Gummi Latex Spiele — der andere große Materialfetisch.
  • Nylon — eine weitere Materialvorliebe.
  • High Heels — häufig verbundenes Element.
  • Flagellation — die Werkzeuge aus diesem Material.
  • Halsband und Collaring — das Symbol, meist aus Leder.
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Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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