Grundbegriff

Safe Call

Eine Absicherung bei Verabredungen mit unbekanntem Gegenüber: Eine Vertrauensperson kennt Ort, Zeit und Kontaktdaten und wird zu festen Zeitpunkten informiert.

Auch bekannt als: Sicherheitsanruf · Check-in-Anruf

Was bedeutet Safe Call?

Ein Safe Call ist eine einfache Absicherung für Verabredungen mit einem Gegenüber, das man nicht kennt. Das Prinzip: Eine Vertrauensperson weiß, wo man ist, mit wem und wie lange — und wird zu vereinbarten Zeitpunkten kontaktiert. Bleibt die Meldung aus, wird gehandelt.

Der Begriff kommt aus dem englischen Sprachraum und hat sich eingebürgert, weil das Verfahren so wirksam wie unaufwendig ist. Es verhindert keinen Zwischenfall, aber es verkürzt die Zeit, bis jemand merkt, dass etwas nicht stimmt — und diese Zeit ist der entscheidende Faktor.

Wie es umgesetzt wird

Die Vertrauensperson erhält vor der Verabredung ein Paket an Angaben: die genaue Adresse, Name und Kontaktdaten des Gegenübers, Screenshots des Schriftverkehrs, Profil- oder Anzeigenlink, geplante Dauer und die Uhrzeit, zu der man sich melden wird. Je konkreter diese Angaben sind, desto brauchbarer sind sie im Notfall.

Vereinbart werden zwei Zeitpunkte. Eine Ankunftsmeldung kurz nach dem Eintreffen und eine Abschlussmeldung nach dem Ende. Sinnvoll ist zusätzlich ein Zeitpuffer von etwa dreißig Minuten, damit eine harmlose Verzögerung keinen Alarm auslöst. Bleibt die Meldung auch nach dem Puffer aus und ist die Person nicht erreichbar, ruft die Vertrauensperson zunächst dort an — und wenn das erfolglos bleibt, die Polizei.

Ergänzend hat sich ein Codewort bewährt: ein unauffälliger Satz für ein Telefonat, der signalisiert, dass man nicht frei sprechen kann. „Hast du die Blumen gegossen?" wirkt harmlos und ist eindeutig, wenn beide es vorher vereinbart haben.

Sicherheit und Umgang

Ein Safe Call ist kein Misstrauen, sondern Routine. Ein seriöses Gegenüber weiß das, und es akzeptiert es ohne Diskussion — manche Anbieterinnen weisen ihre Kunden ausdrücklich darauf hin. Umgekehrt gilt: Wer verlangt, dass niemand von der Verabredung erfährt, wer auf Anonymität besteht oder wer den Safe Call als Vertrauensbruch darstellt, hat damit die deutlichste Auskunft über sich selbst gegeben. Das ist der Punkt, an dem man eine Verabredung absagt.

Sinnvoll ist die Absicherung in beide Richtungen. Auch professionell Anbietende arbeiten mit Vorkehrungen: Vorabklärung, Erreichbarkeit einer zweiten Person, Zeitfenster. Und für die erste Begegnung mit einem unbekannten Gegenüber empfiehlt sich ohnehin ein Treffen ohne Spiel — ein Kaffee an einem öffentlichen Ort sagt mehr über eine Person aus als jeder Schriftverkehr.

Verwandte Begriffe

  • Session — die Verabredung, für die die Absicherung gilt.
  • Verhandlung — das Vorgespräch, in dem auch der Rahmen geklärt wird.
  • RACK – Risk-Aware Consensual Kink — die Haltung, aus der solche Vorkehrungen folgen.
  • PRICK – Personal Responsibility — die Eigenverantwortung, die einen Safe Call organisiert.
  • Munch — das Treffen, auf dem man Menschen vorab kennenlernen kann.
Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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