Grundbegriff

Sub

Der Part, der in einer Session oder Beziehung die Führung abgibt — freiwillig, innerhalb abgesprochener Grenzen und jederzeit widerrufbar.

Auch bekannt als: Submissiv · Devote · Devoter

Was bedeutet Sub?

Sub ist die Kurzform von submissiv und bezeichnet den Part, der in einer Session oder Beziehung die Führung abgibt. Im Deutschen ist auch von devot die Rede. Das Gegenstück ist der Dom, wer zwischen beiden Rollen wechselt, ist ein Switch.

Wesentlich ist die Freiwilligkeit. Ein Sub gibt Kontrolle ab, weil er es will, in einem Rahmen, den er mitverhandelt hat, und mit einem Signal in der Hand, das die Abgabe jederzeit beendet. Das Abgeben ist damit selbst eine Entscheidung — und keine, die sich einmalig und für alles treffen lässt.

Kein passiver Part

Das häufigste Missverständnis ist, den Sub für den passiven Teil zu halten. Tatsächlich liegt bei ihm eine Reihe aktiver Aufgaben. Er benennt seine Grenzen, und zwar so konkret, dass sich damit arbeiten lässt. Er teilt mit, was er körperlich mitbringt — Vorerkrankungen, Medikamente, empfindliche Gelenke, frische Verletzungen. Er gibt während der Session Rückmeldung, statt stumm auszuhalten.

Ebenso gehört zu dieser Rolle, das Gegenüber zu prüfen, statt Eignung anzunehmen. Wer erfahren wirkt, ist es nicht automatisch. Fragen nach Erfahrung, Ausstattung und Umgang mit Notfällen sind angebracht, und die Reaktion darauf ist selbst eine wichtige Auskunft. Diese Eigenverantwortung ist der Kern der Leitformel PRICK.

Über die Motive gibt es viele Vermutungen und wenig Allgemeingültiges. Manche beschreiben das Abgeben als Entlastung von einem Alltag voller Entscheidungen, andere suchen die Intensität körperlicher Reize, wieder andere die Nähe, die in völligem Vertrauen entsteht. Ein Rückschluss auf Charakter, Selbstbewusstsein oder Beruf lässt sich daraus nicht ziehen.

Sicherheit und Konsens

Ein Sub gibt Kontrolle ab, nicht seine Rechte. Er behält das Safeword, das Recht auf Abbruch und das Recht, eine Absprache zurückzunehmen. Vereinbarungen, die diese Rechte abschaffen — angeblich als besonders tiefe Form der Hingabe — sind kein fortgeschrittenes Spiel, sondern ein deutliches Warnsignal.

Zu beachten ist außerdem, dass in tiefer Versunkenheit die eigene Einschätzung nachlässt: Schmerzempfinden, Zeitgefühl und Urteilsvermögen verändern sich. Deshalb ist es sinnvoll, Grenzen im klaren Zustand vorher festzulegen und nicht im Spiel nachzuverhandeln. Und nach der Session gilt Aufmerksamkeit für den eigenen Zustand, weil ein Stimmungstief auch mit Verzögerung von ein bis zwei Tagen auftreten kann.

Verwandte Begriffe

  • Dom — der Part, der die Führung übernimmt.
  • Bottom — der empfangende Part als Tätigkeitsbeschreibung.
  • Sub-Space — der veränderte Bewusstseinszustand während der Session.
  • Sub-Drop — das Stimmungstief danach.
  • PRICK – Personal Responsibility — die Formel, die diese Eigenverantwortung betont.
  • Unterwerfung — die Haltung hinter der Rolle.
Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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