Verbrennungen
Verbrennungen sind Schäden an Haut und Gewebe durch Hitze, Reibung oder reizende Stoffe, wie sie bei Wachs-, Feuer- oder Seilspielen ungewollt entstehen können. Entscheidend sind richtige Erste Hilfe und Vorbeugung.
Was sind Verbrennungen im BDSM-Kontext?
Verbrennungen sind Schädigungen der Haut und des darunterliegenden Gewebes, die durch Hitze, Reibung oder chemische Stoffe entstehen. Im BDSM-Kontext treten sie vor allem als ungewollte Folge von Spielen mit Temperatur, Seil oder hautreizenden Mitteln auf. Dieser Eintrag beschreibt keine Praktik, sondern die Verletzung selbst: woran man sie erkennt, was als Erste Hilfe gilt und wie sich Verbrennungen vermeiden lassen.
Arten von Verbrennungen
- Hitze: zu heißes Wachs (siehe Wachs-Spiele), direkter Flammenkontakt (siehe Feuerspiele), aber auch Heizstrahler, Wärmelampen oder heiße Geräte, von denen sich eine fixierte Person nicht selbst entfernen kann.
- Reibung: Ein Seilbrand, auch Rope Burn genannt, entsteht, wenn ein Seil schnell über die Haut gezogen wird. Die Haut wird dabei aufgescheuert und durch Reibungswärme geschädigt.
- Chemische Stoffe: Hautreizende Balsame oder andere Mittel aus dem Bereich Chemische Reizspiele können auf empfindlicher Haut, auf Schleimhäuten oder zusammen mit Wärme zu chemischen Verletzungen führen.
Leichte Verbrennungen zeigen sich als Rötung und Schmerz. Blasen deuten auf eine tiefere Schädigung hin. Weißliche, graue oder dunkle Stellen, die kaum schmerzen, können auf eine sehr tiefe Verbrennung hinweisen und sind besonders ernst zu nehmen.
Erste Hilfe bei Verbrennungen
- Die Session sofort beenden, die Wärmequelle oder den Stoff entfernen und Fixierungen lösen.
- Kleinflächige Verbrennungen mit lauwarmem, fließendem Wasser kühlen. Eis oder eiskaltes Wasser schädigen die Haut zusätzlich.
- Bei chemischen Verletzungen Reste des Stoffes entfernen, ohne sie zu verreiben, verunreinigte Kleidung ablegen und gründlich mit Wasser spülen.
- Keine Hausmittel wie Butter, Öl, Mehl oder Zahnpasta auftragen.
- Blasen nicht öffnen. Wachs oder Kleidung, die an verletzter Haut haftet, nicht abreißen.
- Die Wunde locker und keimfrei abdecken, etwa mit einer sterilen Kompresse aus der Erste-Hilfe-Ausstattung.
Großflächige Verbrennungen werden nicht großflächig gekühlt, weil der Körper dabei auskühlen kann. Hier gilt: Person warm halten, keimfrei abdecken, Notruf 112 wählen. Die weitere Pflege kleiner Verletzungen beschreibt der Eintrag Wundversorgung.
Wann ärztliche Hilfe nötig ist
Ärztlich abgeklärt werden sollten Verbrennungen, wenn
- sie großflächig sind oder Blasen bilden,
- Gesicht, Hände, Füße, Gelenke oder der Genitalbereich betroffen sind,
- sie durch chemische Stoffe entstanden sind,
- die Haut weißlich, dunkel oder gefühllos wirkt,
- sich Zeichen einer Entzündung zeigen, etwa zunehmende Rötung, Schwellung, Eiter oder Fieber.
Nach jeder Stromverletzung ist eine ärztliche Untersuchung nötig, auch wenn äußerlich kaum etwas zu sehen ist, weil innere Schäden und Störungen des Herzrhythmus möglich sind. Bei schweren Verbrennungen, Bewusstseinsstörungen, Atemnot oder Kreislaufproblemen wird sofort der Notruf 112 gewählt.
Vorbeugung
- Wachs: Nur Wachs mit geeignetem, niedrigem Schmelzbereich verwenden; was dabei zu beachten ist, erklärt der Eintrag Wachstemperaturen. Haushaltskerzen mit unbekannter Zusammensetzung sind ungeeignet.
- Feuer und offene Flammen: Löschdecke und Wasser liegen griffbereit. Rückstände brennbarer Stoffe wie Öle, Lotionen, Haarspray oder alkoholhaltiger Mittel auf Haut und Haaren können Feuer fangen, lange Haare werden zurückgebunden. Kleidung aus Kunstfasern kann schmelzen und an der Haut haften, auch Latex ist brennbar. Feuerspiele selbst gelten als hochriskant und werden hier nicht angeleitet.
- Seil: Seil beim Anlegen und Lösen nicht schnell über die Haut ziehen; die übrigen Regeln beschreibt Bondage-Sicherheit.
- Wärmequellen: Heizstrahler und Lampen stehen mit deutlichem Abstand, denn eine fixierte Person kann nicht ausweichen.
- Reizmittel: nicht auf Schleimhäute oder verletzte Haut und nicht zusammen mit Wärme.
Abgrenzung zum Branding
Branding ist keine Verletzung aus Versehen, sondern eine absichtlich herbeigeführte, dauerhafte Verbrennung. Es ist ein irreversibler Eingriff mit hohem Infektions- und Vernarbungsrisiko und wird hier nicht beschrieben.