Wachs-Spiele
Das Träufeln von geschmolzenem Kerzenwachs auf die Haut — ein intensiver Temperaturreiz mit gut steuerbarem Risiko.
Was bedeuten Wachs-Spiele?
Wachs-Spiele bezeichnen das Träufeln von geschmolzenem Kerzenwachs auf die Haut. Der Reiz liegt im Temperaturempfinden: ein kurzer, scharfer Hitzereiz, gefolgt vom Erstarren, und schließlich das Ablösen der Wachsschicht — drei sehr unterschiedliche Empfindungen in einem Vorgang.
Die Praktik gilt als vergleichsweise gut steuerbar, weil sich die Temperatur über mehrere Stellschrauben beeinflussen lässt. Sie ist dadurch für Einsteiger zugänglich — vorausgesetzt, die Materialwahl stimmt, denn genau dort liegt das eigentliche Risiko.
Praxis und Ablauf
Entscheidend ist die Kerzenart. Geeignet sind Kerzen mit niedrigem Schmelzpunkt, insbesondere weiches Paraffin oder eigens für diesen Zweck hergestellte Kerzen. Ungeeignet und gefährlich sind Bienenwachs- und Stearinkerzen, weil sie deutlich heißer schmelzen und Verbrennungen verursachen. Ebenso ungeeignet sind Gelkerzen und alles mit Duftzusätzen, weil Zusätze den Schmelzpunkt verändern und die Haut reizen.
Die Temperatur auf der Haut wird über die Fallhöhe gesteuert: Je größer der Abstand, desto stärker kühlt das Wachs im Flug ab. Ein Abstand von etwa einem halben Meter ist ein üblicher Ausgangspunkt, von dem aus man sich vorsichtig annähert. Getestet wird immer zuerst am eigenen Handrücken oder an einer unempfindlichen Stelle des Gegenübers.
Vorbereitet wird die Haut mit einer dünnen Schicht Öl — das erleichtert das spätere Ablösen erheblich, besonders bei Körperbehaarung. Eine abwaschbare Unterlage gehört dazu, weil Wachs zuverlässig danebengeht. Kombiniert wird die Praktik häufig mit Fesselung, Augenbinde und Wechselreizen aus Wärme und Kälte.
Sicherheit und Grenzen
Ausgespart bleiben Gesicht, Augen, Haare, Genitalien und Schleimhäute. Wachs auf Haaren lässt sich kaum entfernen, und im Gesicht besteht Verletzungsgefahr für die Augen. Bei empfindlichen Bereichen wird die Fallhöhe deutlich erhöht oder ganz verzichtet.
Zum Brandschutz gehören: eine feste, nicht brennbare Unterlage, Abstand zu Textilien, Seil und Latex, keine offene Flamme über einer gefesselten Person, und Wasser oder eine Löschmöglichkeit in Reichweite. Haare und lange Kleidung werden zurückgebunden.
Abgelöst wird das Wachs vorsichtig — nicht abgezogen, sondern abgebrochen oder mit einer stumpfen Karte abgeschabt. Bei Blasenbildung, weißen oder tiefroten Stellen liegt eine Verbrennung vor: kühlen mit lauwarmem Wasser über mehrere Minuten, keine Hausmittel, keine Salben, und bei Blasen oder größerer Fläche ärztlich abklären lassen. Ins Vorgespräch gehören Hauterkrankungen, Allergien und Empfindungsstörungen — bei vermindertem Empfinden ist die Praktik ungeeignet.
Verwandte Begriffe
- Masochismus — die Lust am Empfangen intensiver Reize.
- Fixierungsspiele — die häufige Kombination.
- Masken-Spiele — der Sinnesentzug als Verstärker.
- Cutting — die Praktik, für die Wachs eine Alternative ist.
- Sadismus — die Haltung hinter dem Setzen von Reizen.