Waterbondage
Waterbondage bezeichnet Fesselungen in oder unter Wasser. Die Praktik ist hochriskant und nicht absicherbar, weil eine gefesselte Person sich im Wasser nicht selbst retten kann und Ertrinken binnen kurzer Zeit möglich ist.
Was unter Waterbondage verstanden wird
Waterbondage, auch Water Bondage oder Wasserbondage genannt, bezeichnet Fesselungen, bei denen sich die gefesselte Person in oder unter Wasser befindet, etwa in einer Badewanne oder einem Becken. Der Begriff taucht vor allem als Motiv in Clips und Fotostrecken auf. Solche Aufnahmen sind gestellt und geschnitten und verraten nichts darüber, was hinter der Kamera geschah.
Dieser Eintrag ist bewusst ein reiner Warneintrag. Er beschreibt keinen Ablauf und keine Varianten, denn es gibt keine Form von Waterbondage, die sich sicher gestalten ließe.
Warum Waterbondage nicht absicherbar ist
Bei einer Fesselung an Land bleibt im Notfall meist etwas Zeit, solange die Atemwege frei sind: Die Person kann weiteratmen, während Fesseln gelöst oder mit der Notfallschere durchtrennt werden. Im Wasser fehlt genau diese Zeit. Ertrinken kann binnen kurzer Zeit eintreten, auch in geringer Wassertiefe. Eine gefesselte Person kann sich weder aufrichten noch den Kopf über Wasser halten. Die Grundsätze der Bondage-Sicherheit greifen hier nicht, weil sich Fesseln im Wasser nicht schnell genug lösen lassen, auch nicht mit Werkzeug.
Hinzu kommen weitere Gefahren, die sich gegenseitig verstärken:
- Panik: Schon die Angst, keine Luft zu bekommen, kann zu hektischem Einatmen führen, bei dem Wasser in die Atemwege gelangt.
- Unterkühlung: Wasser entzieht dem Körper Wärme deutlich schneller als Luft, besonders wenn sich die Person nicht bewegen kann.
- Kreislaufprobleme: Kälte, Anspannung und Fixierung belasten Herz und Kreislauf bis hin zum Kreislaufkollaps.
- Bewusstlosigkeit: Wer im Wasser das Bewusstsein verliert, kann nicht mehr reagieren und kündigt das auch nicht vorher an.
Warum weder Erfahrung noch Signale helfen
Ein Safeword funktioniert unter Wasser nicht, und auch nonverbale Zeichen versagen, sobald Panik oder Bewusstlosigkeit einsetzen. Erfahrung, sorgfältige Absprachen oder eine aufmerksame zweite Person ändern daran nichts, denn zwischen dem ersten Problem und einer lebensbedrohlichen Lage bleibt kein verlässlicher Spielraum. Das gilt für jede Form, erst recht für eine Selbstfesselung im Wasser, bei der zusätzlich niemand eingreifen kann. Formulierungen wie „nur mit Erfahrung“ oder „nur unter Aufsicht“ verharmlosen das Risiko.
Waterbondage wird manchmal dem Edgeplay zugeordnet. Das Etikett ändert nichts an der Einordnung: Bei manchen intensiven Praktiken lässt sich das Risiko durch Wissen und Vorbereitung verringern, hier nicht. Waterbondage steht damit neben der Atemreduktion, die aus denselben Gründen als nicht beherrschbar gilt. Mit Waterboarding ist sie nicht gleichzusetzen; dieser Begriff hat einen eigenen Eintrag.
Abgrenzung und Notfall
Etwas grundlegend anderes meint der Begriff Wasserstrahlspiele: Dort wird Wasser als Reiz eingesetzt, ohne dass jemand gefesselt im oder unter Wasser liegt.
Gerät jemand im Wasser in Not, gilt: sofort aus dem Wasser holen, Notruf 112 wählen und mit Erster Hilfe beginnen. Auch wenn es der Person danach scheinbar gut geht, gehört jeder Zwischenfall, bei dem Wasser in die Atemwege gelangt ist, ärztlich abgeklärt. Die Sorge um Diskretion darf in dieser Situation keine Rolle spielen.