YKINMK
YKINMK steht für „Your Kink Is Not My Kink“ und beschreibt die Haltung, eine fremde Vorliebe nicht zu teilen und sie trotzdem nicht abzuwerten.
YKINMK ist ein Kürzel aus der englischsprachigen Community und steht für „Your Kink Is Not My Kink“, sinngemäß: Deine Vorliebe ist nicht meine Vorliebe. Es beschreibt die Grundhaltung, eine fremde Vorliebe nicht zu teilen und sie trotzdem nicht abzuwerten. Das Kürzel wird in Gesprächen und Foren als knappe, freundliche Abgrenzung verwendet.
Die Haltung hinter dem Kürzel
YKINMK trennt zwei Dinge, die leicht vermischt werden: das eigene Empfinden und das Urteil über andere. Wer eine Vorliebe für sich ausschließt, darf das deutlich sagen. Daraus folgt aber nicht, dass diese Vorliebe falsch, krankhaft oder lächerlich ist. Mitunter wird der Gedanke um den Zusatz „but your kink is okay“ ergänzt, um genau diese Trennung zu betonen.
Squick: persönliche Abneigung ohne Urteil
Eng mit YKINMK verbunden ist der Ausdruck Squick. Er bezeichnet eine spontane Abneigungsreaktion auf eine bestimmte Vorliebe, etwa Unbehagen, Befremden oder Ekel schon beim bloßen Gedanken daran. Ein Squick ist legitim: Niemand muss sich mit einer Vorliebe beschäftigen, sie ansehen oder darüber sprechen, wenn sie diese Reaktion auslöst. Aus einem Squick kann auch eine feste persönliche Grenze bis hin zu einem Hard Limit werden.
Ein Squick sagt jedoch nur etwas über die Person aus, die ihn empfindet. Er begründet kein Urteil über Menschen, die dieselbe Vorliebe einvernehmlich leben. Wer sagt, etwas sei für ihn ein Squick, beschreibt sich selbst; wer dieselbe Vorliebe als abartig bezeichnet, bewertet andere.
Gegenstück zu Kink-Shaming
YKINMK gilt als Gegenstück zum Kink-Shaming, also zum Herabsetzen von Menschen wegen ihrer Vorlieben. Abwertung kommt auch innerhalb der Szene vor, etwa wenn bestimmte Spielarten als nicht richtiges BDSM abgetan werden. Diese Haltung wird unter dem Begriff One-True-Wayism kritisiert. YKINMK setzt dem die Anerkennung entgegen, dass es viele legitime Arten gibt, BDSM und Fetisch zu leben.
Die Haltung gilt in beide Richtungen. Nach diesem Verständnis ist es ebenso wenig angebracht, Menschen zu belächeln oder als verklemmt abzustempeln, die Vanilla leben und kein Interesse an BDSM haben.
Wo die Toleranz endet
YKINMK bezieht sich ausschließlich auf einvernehmliche Vorlieben zwischen Erwachsenen. Handlungen ohne Zustimmung, mit Minderjährigen oder mit Personen, die nicht einwilligen können, sind keine Frage persönlicher Vorlieben und fallen nicht unter diese Haltung. Auch Kritik an Konsensverstößen oder an riskantem Vorgehen ist kein Kink-Shaming, sondern gehört zu verantwortungsvollem Umgang miteinander. Eine gelebte Consent Culture verbindet beides: Offenheit gegenüber fremden Vorlieben und Klarheit dort, wo Zustimmung fehlt.
Häufige Missverständnisse
- YKINMK verpflichtet niemanden, Interesse vorzutäuschen oder eine Vorliebe auszuprobieren.
- Das Kürzel verlangt nicht, jede Frage zu einer Vorliebe zu beantworten oder sich Schilderungen anzuhören; auch Zurückhaltung ist respektvoll.
- Es ist keine Ausrede, um berechtigte Hinweise auf Sicherheit oder Einvernehmlichkeit abzuwehren.
- Es bedeutet nicht, dass alle Vorlieben gleich risikoarm sind; Toleranz betrifft die Bewertung von Menschen, nicht die nüchterne Einschätzung von Risiken.