Gemeinschaftserziehung
Erziehungsspielart mit mehreren Beteiligten — entweder mehrere Geführte oder mehrere führende Parts in einer gemeinsamen Struktur.
Was bedeutet Gemeinschaftserziehung?
Gemeinschaftserziehung bezeichnet eine Erziehungsspielart mit mehr als zwei Beteiligten. Möglich sind zwei Grundformen: mehrere geführte Parts unter einer gemeinsamen Anleitung, oder ein geführter Part gegenüber mehreren führenden. Beide erzeugen eine Dynamik, die es zu zweit nicht gibt.
Der Reiz liegt in der sozialen Dimension. Es gibt Vergleich, Rangfolge, Wettbewerb, Zuschauer und die Erfahrung, vor anderen bewertet zu werden. Für viele ist gerade die Anwesenheit weiterer Personen der eigentliche Inhalt — sie verstärkt jede Handlung erheblich.
Praxis und Ablauf
Bei mehreren Geführten arbeitet man häufig mit Struktur: Aufstellung, gleiche Aufgaben, Bewertung im Vergleich, eine Rangordnung, Belohnung und Konsequenz. Verbreitet sind Elemente aus dem Schul- oder Drill-Bereich, weil sie sich natürlich auf Gruppen übertragen lassen.
Bei mehreren Führenden ist die wichtigste Vorarbeit die Abstimmung untereinander. Geklärt wird vorab, wer anleitet, wer ergänzt, wer bei Uneinigkeit entscheidet und wer auf den Zustand des geführten Parts achtet. Ohne diese Klärung entstehen Situationen, in denen sich Anweisungen widersprechen oder in denen sich Intensität unbemerkt aufschaukelt, weil jeder nur seinen eigenen Anteil sieht.
Bewährt hat sich, eine Person ausdrücklich als zuständig für die Sicherheit zu bestimmen. Diese Person spielt entweder gar nicht mit oder hat die klare Aufgabe, jederzeit zu unterbrechen — sie beobachtet Atmung, Hautfarbe, Anspannung und Reaktionen, während die anderen mit der Handlung beschäftigt sind.
Sicherheit und Konsens
Konsens wird mit jeder zusätzlichen Person komplizierter, nicht einfacher. Jede Person braucht ihre eigene Absprache mit jeder anderen — eine allgemeine Zustimmung zur Gruppe genügt nicht. Geklärt wird konkret, wer wen berühren darf, welche Praktiken erlaubt sind und welche Kombinationen ausgeschlossen bleiben.
Das Safeword gilt für alle und beendet die gesamte Szene, nicht nur den Anteil einer Person. Es wird vorher allen Beteiligten mitgeteilt. Zusätzlich sinnvoll ist ein Signal, mit dem eine einzelne Person aussteigen kann, ohne dass die Szene für alle endet.
Gruppendruck ist das größte Risiko dieser Spielart. Vor anderen fällt es schwerer, ein Signal zu geben oder eine Grenze zu benennen — niemand möchte als derjenige gelten, der abbricht. Ein guter Rahmen nimmt diesen Druck ausdrücklich heraus: Ein Abbruch wird vorher als selbstverständlich benannt und danach nicht kommentiert. Zur Nachsorge gehört, dass jede Person einzeln betreut wird, nicht nur die Gruppe als Ganzes.
Verwandte Begriffe
- Erziehung — der Oberbegriff für regelbezogene Spielarten.
- Partnererziehung — die Variante innerhalb einer Beziehung.
- Schulerziehung — das häufig genutzte Szenario.
- Vorführung — das Spielen vor Zuschauern.
- Play Party — der Rahmen, in dem so etwas oft stattfindet.