Praktik

Flagellation

Oberbegriff für Schlagpraktiken mit Peitschen, Floggern, Gerten und ähnlichen Werkzeugen.

Was bedeutet Flagellation?

Flagellation ist der Oberbegriff für Schlagpraktiken mit Werkzeugen — Peitschen, Flogger, Gerten, Rohrstöcke, Paddel, Riemen. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und wurde historisch für Geißelung verwendet; im BDSM bezeichnet er das gesamte Feld der Schlagwerkzeuge, im Unterschied zum Schlagen mit der Hand.

Die Werkzeuge unterscheiden sich erheblich in ihrer Wirkung. Grob teilt man sie in solche mit dumpfer Wirkung, die den Reiz auf eine größere Fläche verteilen, und solche mit scharfer Wirkung, die punktuell und stechend wirken. Diese Unterscheidung ist die wichtigste Orientierung überhaupt.

Werkzeuge und Praxis

Der Flogger mit seinen vielen Riemen verteilt die Wirkung breit und ist deshalb das gutmütigste Werkzeug — ideal zum Aufwärmen und für Einsteiger. Der Riemen und das Paddel wirken flächig und wuchtig. Die Gerte und der Rohrstock wirken scharf und punktuell, mit deutlichen Striemen. Die Singletail-Peitsche verlangt sehr viel Übung, weil sie sich schwer kontrollieren lässt und die Haut leicht öffnet.

Ein Aufbau folgt fast immer demselben Muster: Aufwärmen mit dumpfem Werkzeug und leichten Schlägen, dann Steigerung, dann Wechsel zu schärferen Werkzeugen, dazwischen Pausen. Dieses Vorgehen ist nicht Zierde — die Durchblutung und die körpereigenen Botenstoffe brauchen Zeit, und eine unvorbereitete Haut verletzt deutlich leichter.

Getroffen wird gestreut über die geeigneten Flächen, nicht wiederholt dieselbe Stelle. Die Schlagbewegung kommt aus dem Handgelenk und wird kontrolliert abgefangen — wer aus dem Arm durchschwingt, verliert die Kontrolle über den Treffpunkt.

Sicherheit und Grenzen

Es gibt klar definierte Tabuzonen. Nicht getroffen werden: der untere Rücken und die Flanken, weil dort die Nieren liegen; die Wirbelsäule; das Steißbein; der Nacken und Kopf; die Kniekehlen und Ellenbeugen; der Bauchraum. Geeignet sind das Gesäß, die Oberschenkelrückseiten und mit Zurückhaltung der obere Rücken im Schulterblattbereich.

Werkzeuge werden vor jedem Einsatz geprüft: gebrochene Riemen, splitternde Stöcke und lose Beschläge verursachen Verletzungen. Bei geteilter Nutzung ist zu bedenken, dass Leder sich nicht zuverlässig desinfizieren lässt — deshalb sind persönliche Sätze üblich, sobald die Haut geöffnet werden könnte.

Abgebrochen wird bei geöffneter Haut, bei einschießenden Schmerzen, die in Bein oder Rücken ausstrahlen, und bei Taubheit. Ins Vorgespräch gehören Blutverdünner, Blutungsneigung, Hautkrankheiten, Bandscheibenprobleme und die Frage nach sichtbaren Spuren. Nach der Session: Haut prüfen, kühlen, pflegen.

Verwandte Begriffe

  • Spanking — das Schlagen mit der Hand und leichten Mitteln.
  • Rohrstockerziehung — die Arbeit mit dem schärfsten Werkzeug.
  • Cold caning — die Variante ohne Aufwärmen.
  • Bastonade — Schläge auf die Fußsohlen.
  • Sadismus — die Haltung hinter dem Setzen von Reizen.
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Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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