Schlachtungen
Nischen-Rollenspiel mit inszeniertem Schlachthausszenario — reine Fantasieebene, ohne reale Einwirkung.
Was bedeuten Schlachtungen?
Schlachtungen bezeichnen ein Nischen-Rollenspiel, das ein Schlachthaus- oder Verarbeitungsszenario aufgreift. Es gehört zur Gruppe der Angst- und Bedrohungsszenarien und wird sehr selten praktiziert.
Wesentlich für das Verständnis: Die Praktik findet vollständig auf der Fantasieebene statt. Es geht um Bilder, Sprache und eine inszenierte Bedrohung — nicht um eine tatsächliche Einwirkung. Alles, was reale Verletzungen erzeugt, gehört ausdrücklich nicht dazu, und dieser Eintrag beschreibt entsprechend keinerlei Vorgehen in diese Richtung.
Einordnung
Der Reiz, den Praktizierende beschreiben, ähnelt dem anderer Bedrohungsszenarien: das Erleben von Ausgeliefertsein in einer Situation, die als völlig aussichtslos inszeniert wird, bei gleichzeitigem Wissen um die vollständige Sicherheit. Es ist derselbe Mechanismus, der auch Entführungsszenarien und Verhörspiele trägt, nur mit einem drastischeren Bild.
Praktisch beschränkt sich das Szenario auf Elemente, die auch in anderen Spielarten vorkommen: eine bestimmte Umgebung, Fixierung, Sprache, die die Bedrohung ausmalt, Requisiten wie Haken oder Ketten ohne Funktion, Wartezeiten. Die Wirkung entsteht aus der Andeutung, nicht aus einer Handlung.
Wegen der Drastik des Bildes ist diese Spielart für die allermeisten Menschen ein klares Tabu, und das ist eine völlig angemessene Haltung. Wer damit nichts zu tun haben möchte, sollte das als harte Grenze benennen — ein Gegenüber, das darauf drängt, ist ohnehin kein geeignetes.
Grenzen und Sicherheit
Absolut und nicht verhandelbar gilt: Keine Einwirkung, die Verletzungen erzeugt. Alles Hautdurchdringende, jede Einwirkung auf den Hals, jede Atemeinschränkung und alles, was zu bleibenden Schäden führen kann, ist ausgeschlossen — unabhängig von jeder Absprache. In eine erhebliche Körperverletzung kann in Deutschland nicht wirksam eingewilligt werden.
Ebenso ausgeschlossen ist jede Einbeziehung von Tieren. Das wäre Tierquälerei, in Deutschland strafbar, und hat mit einvernehmlichem Spiel zwischen Erwachsenen nichts zu tun.
Weil das Szenario stark mit Angst arbeitet, gelten die Regeln der psychisch intensiven Spielarten: enges Vorgespräch mit Benennung ausgeschlossener Themen und Worte, Ampelsystem, aufmerksame Beobachtung auf Erstarren und Rückzug, unmissverständlicher Rollenausstieg und ausführliche Nachsorge. Abzuraten ist von der Spielart bei Angststörung, Depression, akuter Krise und Traumavorgeschichte. Ein Nachhall über mehrere Tage ist ein Grund, fachliche Unterstützung zu suchen.
Verwandte Begriffe
- Psychofolter — die übergeordnete Gruppe der Angstszenarien.
- Entführungsspiele — das verwandte Bedrohungsszenario.
- Inhaftierung — die verwandte Gefangenschaftsinszenierung.
- Hard Limit — die Grenze, die hier die meisten setzen.
- Aftercare — die unverzichtbare Nachsorge.