Abgrenzung

Skoptophilie

Skoptophilie bezeichnet das sexuelle Interesse am heimlichen, nicht einvernehmlichen Beobachten anderer und ist wegen fehlender Zustimmung klar von einvernehmlichem BDSM abzugrenzen.

Auch bekannt als: Voyeurismus

Was bedeutet Skoptophilie?

Skoptophilie (aus dem Griechischen für „Schauen“ und „Zuneigung“) bezeichnet in der Sexualmedizin das intensive sexuelle Interesse am heimlichen Beobachten anderer Menschen, meist ohne deren Wissen und Zustimmung, etwa beim Entkleiden oder bei intimen Handlungen. In der klinischen Klassifikation ist der verwandte Begriff „Voyeurismus“ gebräuchlicher. Eine entsprechende Neigung allein ist noch keine Störung im medizinischen Sinn. Erst wenn daraus Handlungen gegen den Willen anderer entstehen, wenn ein erheblicher Leidensdruck besteht oder wiederholt in die Privatsphäre Dritter eingegriffen wird, spricht die Fachwelt von einer behandlungsbedürftigen Störung der Sexualpräferenz. Entscheidend ist stets, ob die beobachtete Person weiß und einwilligt oder nicht.

Warum das kein BDSM ist

Einvernehmliches BDSM setzt voraus, dass alle Beteiligten volljährig, informiert und einverstanden sind – dazu gehört auch das bewusste, abgesprochene Beobachten im Rahmen eines gemeinsamen Spiels. Skoptophilie im problematischen Sinn meint dagegen das heimliche, nicht abgesprochene Beobachten Dritter. Fehlt die Einwilligung der beobachteten Person, handelt es sich nicht um eine Praktik unter Erwachsenen, sondern um einen Eingriff in deren Persönlichkeitsrecht. Das unbefugte Anfertigen oder Verbreiten von Bildaufnahmen aus dem höchstpersönlichen Lebensbereich ist zudem nach § 201a StGB strafbar. Diese rechtliche und ethische Grenze trennt einvernehmliches Rollenspiel klar von einer Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung anderer.

Hilfe und Anlaufstellen

Wer bei sich einen belastenden Drang zum heimlichen Beobachten bemerkt, kann sich vertraulich an eine hausärztliche Praxis, eine psychotherapeutische Sprechstunde oder eine sexualmedizinische Ambulanz wenden. Das bundesweite Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ bietet anonyme und kostenfreie Beratung für Menschen, die eigenes Verhalten gegenüber anderen als problematisch erleben. Betroffene, die beobachtet oder ausspioniert wurden, finden Unterstützung beim Weissen Ring sowie bei örtlichen Opferschutz- und Beratungsstellen. Die Telefonseelsorge steht rund um die Uhr für ein erstes Gespräch zur Verfügung. Bei akuter Gefahr gilt der Notruf 110.

Dieser Eintrag beschreibt keine einvernehmliche Spielart, sondern dient der Abgrenzung: Was hier benannt wird, findet ohne Einwilligung statt oder ist strafbar und hat mit BDSM zwischen Erwachsenen nichts zu tun. Wer sich betroffen oder gefährdet fühlt, findet oben genannte Anlaufstellen. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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