Spitting
Das Anspucken als Ausdruck von Herabsetzung und Verfügbarkeit — eine sehr direkte, unmittelbar wirkende Praktik.
Was bedeutet Spitting?
Spitting bezeichnet das Anspucken als Spielelement. Die Praktik ist unmittelbar und braucht keinerlei Ausstattung, weshalb sie in vielen Femdom-Sessions als Ergänzung vorkommt. Ihre Wirkung ist fast vollständig symbolisch.
Angespuckt zu werden ist eine der stärksten kulturell verankerten Gesten der Herabsetzung. Genau daraus bezieht die Praktik ihre Kraft — und aus dem Gegenteil: Für manche Praktizierende ist es zugleich eine Geste größter Nähe, weil ein Körperfluss unmittelbar geteilt wird. Diese Doppeldeutigkeit erklärt, warum die Empfindungen dazu sehr unterschiedlich ausfallen.
Praxis und Ablauf
Die Bandbreite reicht von der milden bis zur deutlichen Form. Verbreitet sind das Spucken auf den Körper, in eine bereitgehaltene Hand, auf den Boden mit anschließender Aufgabe, ins Gesicht sowie in den geöffneten Mund. Diese Formen unterscheiden sich in ihrer Wirkung erheblich und gehören einzeln abgesprochen.
Häufig ist die Praktik in andere eingebettet: als Ergänzung zu Verbalerotik, zu Facesitting, zu Benutzungsspielen oder als Element einer Erniedrigungsszene. Sie funktioniert gut als Betonung — ein einzelner Moment, der eine Aussage unterstreicht, wirkt stärker als die häufige Wiederholung.
Verbreitet ist außerdem die Verbindung mit einer Aufgabe: etwas aufnehmen, etwas reinigen, sich bedanken. Diese Ergänzung verlagert die Wirkung vom Moment auf die Handlung und verlängert sie.
Sicherheit und Konsens
Hygienisch ist Speichel weniger risikoreich als andere Körperflüssigkeiten, aber nicht harmlos. Übertragbar sind unter anderem Herpesviren, das Epstein-Barr-Virus sowie bei entsprechender Ausgangslage weitere Erreger. Relevanter wird das Risiko bei Kontakt mit Schleimhäuten, bei offenen Stellen im Mundraum und bei Zahnfleischbluten.
Praktisch heißt das: Bei einem akuten Infekt, bei einer Herpesbläschenbildung oder bei Verletzungen im Mundbereich wird die Praktik verschoben. Kontakt mit den Augen wird vermieden — Erreger gelangen dort besonders leicht in die Schleimhaut, und eine Bindehautentzündung ist eine häufige Folge. Wer ins Gesicht spuckt, spart die Augenpartie aus oder verwendet eine Augenbinde.
Die wichtigste Absprache ist inhaltlicher Natur. Angespuckt zu werden wird von manchen als besonders verletzend erlebt, auch von Menschen, die andere Formen der Demütigung schätzen. Es ist eine der Praktiken, die nicht beiläufig eingeführt werden sollten — sie gehört ausdrücklich ins Vorgespräch, samt der Frage, welche Form gemeint ist. Und wie bei allen Herabsetzungspraktiken gehört zur Nachsorge ein ausdrückliches Zurücknehmen.
Verwandte Begriffe
- Demütigung — der Rahmen, in dem die Praktik meist steht.
- Verbalerotik — die häufig verbundene sprachliche Ebene.
- Facesitting — die verwandte Praktik mit Nähe.
- Natursekt — die weitergehende Ausscheidungspraktik.
- Femdom — das Feld, in dem sie verbreitet ist.