Top
Der aktiv handelnde Part einer Szene — eine Tätigkeitsbeschreibung, die keine Aussage über die Rollenidentität trifft.
Was bedeutet Top?
Top bezeichnet den Part, der in einer Szene aktiv handelt: der fesselt, schlägt, anleitet, führt. Der Begriff ist eine Tätigkeitsbeschreibung und unterscheidet sich damit von Dom, der eine Rollenidentität benennt. Das Gegenstück ist der Bottom.
Der Unterschied ist feiner, als er zunächst klingt, und in der Praxis nützlich. Man kann toppen, ohne dominant zu sein — etwa wenn jemand auf ausdrücklichen Wunsch eine Praktik ausführt, ohne dabei Führung zu übernehmen. Umgekehrt kann jemand dominant sein und in einer konkreten Szene gar nicht selbst handeln, sondern nur anordnen.
Der Unterschied in der Praxis
Besonders deutlich wird die Trennung bei einem sogenannten Service-Top: Hier führt der handelnde Part eine Praktik aus, die der empfangende Part sich gewünscht hat, und richtet sich dabei weitgehend nach dessen Vorgaben. Wer handelt, hat also nicht automatisch die Führung — die kann durchaus beim Empfangenden liegen.
Die Unterscheidung hilft auch bei der Verständigung mit neuen Spielpartnern. Wer sagt „ich toppe gern, aber ich bin nicht dominant", beschreibt damit präzise etwas, das mit den Begriffen Dom und Sub allein schwer auszudrücken wäre. Ebenso lässt sich klären, ob jemand eine Praktik ausführen oder eine Beziehungsdynamik leben möchte — zwei sehr verschiedene Erwartungen.
Im deutschsprachigen Raum werden Top und Dom häufig synonym gebraucht, was in den meisten Gesprächen unproblematisch ist. In Workshops, Fachtexten und bei genauer Absprache lohnt sich die Trennung aber, weil sie Erwartungen sauber auseinanderhält.
Sicherheit und Konsens
Wer handelt, trägt die handwerkliche Verantwortung — unabhängig davon, ob er zugleich die Führung hat. Anatomisches Wissen, geeignetes Material, Beobachtung während der Szene und die Fähigkeit, im Notfall schnell zu reagieren, gehören immer zur handelnden Seite. Ein Wunsch des Bottoms entlastet den Top nicht davon: Auch eine ausdrücklich gewünschte Praktik wird nicht ausgeführt, wenn sie mit dem vorhandenen Wissen nicht sicher genug umsetzbar ist.
Umgekehrt gilt: Wer toppt, ohne die Führung zu haben, darf trotzdem jederzeit abbrechen. Die eigenen Grenzen des handelnden Parts sind nicht weniger gültig, nur weil er auf Wunsch handelt.
Verwandte Begriffe
- Bottom — der empfangende Part als Gegenstück.
- Toppen — die Tätigkeit selbst.
- Dom — die Rollenidentität, von der Top zu unterscheiden ist.
- Switch — wer beide Seiten einnimmt.
- Top-Space — der Zustand, in den der handelnde Part geraten kann.