Grundbegriff

Dungeon

Ein für BDSM eingerichteter Raum mit entsprechendem Mobiliar — professionell als Studio, privat als Spielzimmer.

Auch bekannt als: Studio · SM-Studio · Spielzimmer

Was bedeutet Dungeon?

Ein Dungeon ist ein Raum, der für BDSM eingerichtet ist. Das englische Wort bedeutet wörtlich Verlies und trägt einen Anklang von Kerkerromantik, gemeint ist aber schlicht ein funktional ausgestatteter Raum. Im Deutschen sind Studio, SM-Studio oder Spielzimmer gebräuchlich.

Man unterscheidet grob drei Formen: das professionelle Studio einer Anbieterin, das private Spielzimmer und den öffentlichen Dungeon als Veranstaltungsort, in dem mehrere Paare gleichzeitig spielen. Die Ausstattung ähnelt sich, die Gepflogenheiten unterscheiden sich erheblich.

Ausstattung in der Praxis

Typisches Mobiliar sind das Andreaskreuz, eine Fixierbank, ein Bondagebett oder -gestell, ein Käfig, ein Streckbett, gelegentlich eine Gynäkologenliege für Klinikspiele. Dazu kommen Aufhängepunkte in der Decke, Spiegel, verstellbares Licht und Ablagen für Werkzeuge. Ein professionelles Studio hat häufig mehrere Räume mit unterschiedlicher Ausrichtung — ein Klinikzimmer, ein Klassenzimmer, einen dunklen Raum.

Wesentlich ist, was man weniger sieht. Ein gut geführter Raum ist warm, weil Auskühlen bei längerem Stillhalten ein reales Problem ist. Er ist gut beleuchtet, wenn es darauf ankommt, denn Hautfarbe und Fingerdurchblutung muss man erkennen können. Er hat freie Wege, fest verankertes Mobiliar, eine Rettungsschere in Griffweite, Desinfektionsmittel und einen Waschplatz.

Zur Hygiene gehört, dass Werkzeuge mit Hautkontakt zwischen verschiedenen Personen entweder desinfizierbar sind oder nicht geteilt werden. Leder und Seil lassen sich nicht zuverlässig desinfizieren — professionelle Anbieterinnen führen deshalb persönliche Sätze oder verwenden Materialien, die eine Aufbereitung erlauben.

Gepflogenheiten und Sicherheit

In einem öffentlichen Dungeon gelten feste Regeln, die vor Ort erklärt werden. Verbreitet sind: nicht durch eine laufende Szene hindurchgehen, fremde Szenen nicht kommentieren, niemanden und nichts ohne Erlaubnis anfassen, keine Fotos, den Anweisungen der Aufsicht folgen. Diese Regeln existieren, weil eine Störung im falschen Moment gefährlich werden kann.

Bei einem professionellen Studio lässt sich vieles vorab klären: Wie sieht der Raum aus, welche Ausstattung ist vorhanden, wie ist der zeitliche Rahmen, was ist Bestandteil der Session und was nicht. Ein sauberer, warmer, aufgeräumter Raum und klare Angaben sind gute Anzeichen. Ein privater Raum steht der Vorbereitung nicht nach — Wärme, Licht, freie Wege, Rettungsschere und ein geladenes Telefon sind dort genauso Pflicht.

Verwandte Begriffe

  • Session — die Verabredung, die in diesem Raum stattfindet.
  • Play Party — die Veranstaltung in einem öffentlichen Dungeon.
  • Femdom — das Feld mit der ausgeprägtesten Studiostruktur.
  • Fetisch-Klinikspiele — die Spielart, für die eigene Räume eingerichtet werden.
  • Bondage-Sicherheit — die Ausstattungsanforderungen beim Fesseln.
Alle beschriebenen Praktiken setzen einvernehmliches Handeln unter volljährigen, informierten Erwachsenen voraus. Dieser Text ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung.
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