Kitzelfolter
Gezieltes Kitzeln einer fixierten Person — spielerisch im Ton, aber körperlich anstrengender, als die meisten erwarten.
Was bedeutet Kitzelfolter?
Kitzelfolter bezeichnet das gezielte Kitzeln einer fixierten Person. Sie gehört zu den Praktiken mit dem leichtesten Ton — Lachen, Zappeln, spielerische Bitten — und wird deshalb häufig unterschätzt. Tatsächlich ist sie körperlich anstrengender als die meisten anderen Spielarten.
Der Reiz liegt im vollständigen Kontrollverlust über die eigene Reaktion. Kitzeln lässt sich nicht willentlich aushalten: Der Körper reagiert, unabhängig davon, was der Kopf möchte. Diese Hilflosigkeit gegenüber dem eigenen Körper ist der Kern der Praktik.
Praxis und Ablauf
Voraussetzung ist eine Fixierung, denn ohne sie funktioniert die Praktik kaum — die Reflexe sind zu stark. Verbreitet sind Manschetten an Hand- und Fußgelenken, Fixierung auf einer Bank oder einem Bett, häufig mit gespreizten Armen und Beinen, damit die empfindlichen Bereiche zugänglich sind.
Als Werkzeuge dienen Finger, Federn, Pinsel, weiche Bürsten und elektrische Zahnbürsten. Typische Zonen sind Fußsohlen, Achseln, Taille, Rippen, Kniekehlen und Innenseiten der Oberschenkel. Die Empfindlichkeit ist individuell sehr verschieden und lässt sich vorher gemeinsam erkunden.
Erfahrene arbeiten mit Rhythmus statt Dauer: kurze Einheiten mit deutlichen Pausen. Der Grund ist praktisch — durchgehendes Kitzeln über Minuten führt zu Erschöpfung und Atemnot, während der Wechsel die Spannung hält und den Körper zu Atem kommen lässt. Häufig wird mit Ankündigung und Verzögerung gespielt, weil die Erwartung fast so wirksam ist wie die Berührung.
Sicherheit und Grenzen
Der wichtigste Punkt ist die Atmung. Anhaltendes Lachen verhindert normales Durchatmen; es kann zu Atemnot, Schwindel und in seltenen Fällen zur Ohnmacht kommen. Deshalb: regelmäßige Pausen, auf die Atmung achten, sofort unterbrechen bei Blaufärbung der Lippen, bei Husten oder wenn die Person nicht mehr zu Atem kommt.
Ein Abbruchsignal muss vereinbart werden, das ohne Sprechen funktioniert — beim Lachen ist ein Safeword praktisch nicht formulierbar. Bewährt haben sich ein Gegenstand in der Hand, der fallen gelassen wird, oder ein Klopfmuster. Das Signal wird vorher geübt.
Zu bedenken ist außerdem die Kraft der Abwehrbewegungen: Beim heftigen Zappeln in Fesseln können Zerrungen entstehen oder Gelenke überdehnt werden. Deshalb sitzen Fesseln mit etwas Spiel und Gelenke bleiben leicht gebeugt. Ins Vorgespräch gehören Asthma, Herzerkrankungen, Bandscheibenprobleme, Inkontinenz und frühere Verletzungen. Auch Übelkeit ist eine mögliche Reaktion — eine Session direkt nach dem Essen ist keine gute Idee.
Verwandte Begriffe
- Fixierungsspiele — die Voraussetzung für diese Praktik.
- Fußerotik — häufig einbezogener Bereich.
- Bastonade — die andere Praktik an den Fußsohlen.
- Safeword — das Signal, das hier nichtsprachlich sein muss.
- Benutzungsspiele — der häufig verbundene Rahmen.