Knebel-Spiele
Das Einschränken der Sprechfähigkeit mit Knebeln unterschiedlicher Bauart — mit zwingend nichtsprachlichem Abbruchsignal.
Was bedeuten Knebel-Spiele?
Knebel-Spiele bezeichnen das Einschränken der Sprechfähigkeit mit einem Knebel. Die Wirkung ist doppelt: körperlich durch die Einschränkung selbst, seelisch durch den Verlust der Möglichkeit, sich zu äußern. Für viele ist gerade der zweite Teil der eigentliche Reiz.
Verbreitet sind mehrere Bauformen. Der Ballknebel ist der bekannteste und hält den Mund geöffnet. Der Bissknebel aus Leder oder Silikon wird zwischen die Zähne gelegt. Der Ringknebel hält den Mund offen, ohne ihn zu füllen. Daneben gibt es Tuchknebel, Knebelmasken und Modelle mit Durchlass.
Praxis und Ablauf
Ein Knebel wird so angelegt, dass er sicher sitzt, ohne zu drücken. Der Riemen liegt nicht auf den Ohren und nicht am Kiefergelenk; ein Finger sollte zwischen Riemen und Kopf passen. Wichtig ist, dass das Verschlusssystem schnell zu öffnen ist — Schnallen mit Dorn sind unter Zeitdruck fummelig, Klettverschlüsse und Schnellverschlüsse deutlich besser.
Die Tragezeit wird von Anfang an begrenzt. Bei den meisten Bauformen läuft nach kurzer Zeit Speichel, was normal ist und mit einem Handtuch oder einer Unterlage aufgefangen wird. Der Kiefer ermüdet ebenfalls schnell, besonders bei Ball- und Ringknebeln — Pausen mit abgenommenem Knebel gehören dazu.
Kombiniert werden Knebel häufig mit Fesselung, Augenbinde und allen Spielarten, in denen Passivität im Vordergrund steht. Für viele ist das Zusammenspiel aus Nichtsehen und Nichtsprechen deutlich intensiver als jede der beiden Einschränkungen allein.
Sicherheit und Grenzen
Zwingend ist ein nichtsprachliches Abbruchsignal. Bewährt haben sich ein Gegenstand in der Hand, der fallen gelassen wird, ein festgelegtes Klopfmuster oder mehrfaches deutliches Summen. Das Signal wird vorher vereinbart und geübt — es im Ernstfall zu improvisieren funktioniert nicht.
Die Atemwege müssen jederzeit frei bleiben. Deshalb: niemals Material tief in den Mund stopfen, das verrutschen und in den Rachen geraten kann — improvisierte Stoffknebel sind aus genau diesem Grund gefährlich. Wer einen Knebel trägt, atmet durch die Nase; bei einer verstopften Nase, bei Erkältung oder bei Heuschnupfen ist die Praktik ungeeignet.
Eine geknebelte Person wird niemals allein gelassen. Sofort abgenommen wird bei Husten, Würgen, Atemnot, Blaufärbung der Lippen und bei Übelkeit — Erbrechen mit Knebel ist eine lebensgefährliche Situation. Aus diesem Grund gilt: kein Knebel nach reichlichem Essen, kein Knebel bei Reflux, kein Knebel bei Alkohol. Ins Vorgespräch gehören außerdem Kiefergelenksprobleme, Zahnersatz und Piercings im Mundbereich.
Verwandte Begriffe
- Bondage — die häufig verbundene Fesselung.
- Masken-Spiele — die verwandte Sinneseinschränkung.
- Safeword — das Signal, das hier ersetzt werden muss.
- Benutzungsspiele — der Rahmen, in dem Knebel oft vorkommen.
- Fixierungsspiele — die häufige Kombination.